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UK: Tram-Unfallopfer begehen Rechtsweg

15.12.16 (Großbritannien) Autor:Max Yang

Einige Opfer des Straßenbahnunfalls im Süd-Londoner Bezirk Croydon, der am 9. November diesen Jahres sieben Menschenleben forderte, wollen rechtliche Schritte gegen den Aufgabenträger Transport for London sowie das Betriebsunternehmen First Group einleiten. Die großbritannienweit tätige Anwaltskanzlei Irwin Mitchell teilte Anfang der Woche mit, von mehreren Verletzten mandatiert worden zu sein, unter anderem von Matthew Hewish (25), Einzelhändler aus Croydon, der sich bei der Entgleisung Hüftverletzungen zuzog und drei Wochen arbeitsunfähig war.

Hewish, der eine unbedingte Aufklärung des Unfalls fordert, könne sich seit dem Unfall nicht mehr zumuten, die Tram zu nutzen. Psychologische Betreuung und die Hochzeit mit seiner Verlobten Amanda am letzten Wochenende (10. Dezember) hätten jedoch zu seiner Erholung beigetragen. Eine Sprecherin von Irwin Mitchell verwies auf die jahrzehntelange Erfahrung der Kanzlei bei der Repräsentation von in öffentlichen Verkehrsmitteln Verunglückten (u.a. Hatfield, Ladbroke Grove, Selby).

Ein Zwischenbericht der Unfalluntersuchungsbehörde Rail Accident Investigation Branch aus dem November stellte fest, dass die Straßenbahn in eine Kurve mit einer Geschwindigkeit von 43,5 Meilen pro Stunde (ca. 70 km/h) einfuhr, während lediglich 12,5 Meilen pro Stunde (20 km/h) erlaubt gewesen wären. Defekte am Bremssystem der Straßenbahn oder am Oberbau konnten ausgeschlossen werden.

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