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KVB stellt ganze Linie auf E-Busse um

09.12.16 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Kölner Verkehrsbetriebe werden die gesamte Linie 133 künftig mit Bussen in elektrischer Traktion betreiben. Auf der rund sieben Kilometer langen Linie, die den Breslauer Platz am Hauptbahnhof mit dem Südfriedhof in Zollstock verbindet, fahren nun regulär im täglichen Liniendienst bis zu acht batteriebetriebene Gelenkbusse. Die bisher eingesetzten Dieselbusse werden auf der Linie 133 nur noch fahren, wenn aufgrund von Unfällen, Fahrzeuguntersuchungen oder ähnlichem nicht genug E-Busse zur Verfügung stehen.

Jürgen Fenske, Vorstandsvorsitzender der KVB: „Mit dem heutigen Tag betritt die KVB technologisch Neuland. Zwar sind wir schon seit 1901 mit unseren Stadtbahnen elektromobil unterwegs, aber mit batteriebetriebenen Bussen gehen wir einen völlig neuen Weg.“ Die E-Busse bieten 43 Sitz- und 82 Stehplätze. Sie besitzen drei Türen und sind durchgängig barrierefrei. Die Fahrgäste profitieren insbesondere davon, dass die E-Busse wesentlich leiser sind als Busse mit Verbrennungsmotor. Das erhöht den Fahrkomfort deutlich und wurde bereits in der Testphase von den Fahrgästen honoriert.

Im Stadtbild fallen E-Busse des Herstellers VDL durch ihr typisches Außendesign auf, das sich von den Bussen anderer Hersteller unterscheidet. Der Erwerb der acht E-Busse kostet 5,6 Millionen Euro. Ein batteriebetriebener Gelenkbus kostet 696.000 Euro; ein herkömmlicher Gelenkbus mit Dieselantrieb rund 300.000 Euro. Hinzu kommen Kosten zur Anpassung der Infrastruktur in der Werkstatt und wissenschaftliche Beraterleistung.

Die Kölner Verkehrsbetriebe selbst haben in diesem Jahr angegeben, dass Dieselbusse mit Baujahr 2016 rund 7,5 Prozent weniger Kraftstoff brauchen als solche mit Baujahr 2013. Das bedeutet, dass die fehlende Marktfähigkeit durch die natürlichen F&E-Fortschritte im konventionellen Dieselbereich stets dramatischer wird, so dass fraglich ist, ob E-Busse jemals marktfähig werden.

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