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Ein Jahr National Express

19.12.16 (Nordrhein-Westfalen) Autor:Stefan Hennigfeld

Im Dezember 2015 ging es los: Das britische Unternehmen National Express übernahm erstmals einen Auftrag in Deutschland. Die Linie RE 7 und RB 48 sind seitdem very british unterwegs. Der RE 7 verkehrt seit einem Jahr wochentags auch zwischen Münster und Rheine im Stundentakt. Die RB 48 wurde bis Wuppertal‐Oberbarmen rückverlängert und bedient in der Hauptverkehrszeit doppelt so häufig wie bisher den Abschnitt zwischen Köln und Bonn.

Mit der Ausweitung des Abendverkehrs der RB 48 zwischen Köln und Bonn gibt es zusammen mit dem Angebot von Trans-Regio täglich bis etwa 23 Uhr hier täglich eine Angebotsverdoppelung auf zwei Fahrten pro Stunde. Innerhalb von rund zwei Jahren baute National Express hier in Deutschland sein Unternehmen auf und ist nun fester Bestandteil des SPNV in Nordrhein-Westfalen – und wird in einigen Jahren im Zuge der Betriebsaufnahme der Rhein-Ruhr-Express-Leistungen weiter expandieren.

Die ersten Wochen nach der Betriebsaufnahme verliefen nicht immer reibungslos. Es kam zu Ausfällen und Verspätungen, die teilweise aufgrund von technischen Problemen in der Verantwortung von National Express lagen, zum Teil aber auch den Unzulänglichkeiten der Infrastruktur der DB Netz AG, dem sehr dicht befahrenen Streckennetz rund um den Eisenbahnknoten Köln und dem leider nicht immer pünktlichen Fernverkehr geschuldet waren.

Ein Thema, das viele Eisenbahnverkehrsunternehmen in unterschiedlicher Form betrifft: Verspätete Fernzüge erhalten den Vorrang vor pünktlichen Regionalzügen, man steht oft viel zu lange vor kaputten Bahnübergängen und vieles mehr. Auch Personalmangel ist inzwischen kein Problem mehr. Wo andere Betreiber noch immer mit Zugausfällen oder ausgedünnten Fahrplänen zu kämpfen haben, ist das für National Express jetzt keine Ursache für Zugausfälle mehr. Allerdings kämpft man auch weiterhin mit den Folgen der Bahnsteigsanierung am Solinger Hauptbahnhof.

Beide Linien haben infolgedessen mit Verspätungen zu kämpfen. „Dabei wollen wir unseren Kunden spürbar vermitteln, dass wir als Mobilitätspartner aus der Region die Kundenorientierung bei all unseren Aktivitäten deutlich in den Mittelpunkt stellen.“, erklärt Wolfgang Schuster, Geschäftsführer der National Express Rail GmbH. „Für uns ist die Fahrgastzufriedenheit ein wichtigstes Ziel. Deshalb haben wir den Anspruch, unseren Fahrgästen bei Angebot und Leistungen ein hohes Maß an Qualität zu bieten.“

Auch fanden in den vergangenen Monaten immer wieder Fahrgastbefragungen in den Zügen statt. Basierend auf den Erfahrungen und Ergebnissen wird National Express im kommenden Jahr im Bereich Fahrgastinformationen Veränderungen vornehmen und die Fahrgäste über neue Kanäle informieren. So startete National Express zum Beispiel im November eine Klimaanlagenmessung in den Zügen, nachdem Fahrgäste über kühle Temperaturen berichteten. Man sucht auch weiterhin den offenen Dialog, denn wer rastet, der rostet.

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