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HNV startet Neubürgermarketing

18.10.16 (Baden-Württemberg) Autor:Stefan Hennigfeld

Gemeinsam mit den Städten Heilbronn und Neckarsulm startet der Heilbronner·Hohenloher·Haller Nahverkehr (HNV ) das Projekt Neubürgermarketing. Anreiz für dieses Projekt war eine Ausschreibung von Fördermitteln für innovative Neubürgermarketing- Konzepte vom Ministerium für Verkehr des Landes Baden-Württemberg. Der HNV hat mit seinen Projektpartnern Heilbronn und Neckarsulm einen Vorschlag eingereicht, der von einer Differenzierung des Neubürgers ausgeht. Der in diesem Fall davon abgeleitete neue Ansatz ist der modulare Aufbau für ein solches Projekt.

Es wurden vier unterschiedliche Module erarbeitet, die individuell zusammengefügt werden können. Der Vorschlag wurde geprüft und mit 100.000 Euro gefördert. Das Projekt soll sukzessive bis 2018 eingeführt sein. „Neubürger haben in der Regel zunächst nur geringe Ortskenntnisse und oftmals keine Kenntnis oder ein falsches Bild vom bestehenden guten ÖPNV-Angebot vor Ort,“ so HNV-Geschäftsführer Gerhard Gross. An diesem Punkt setzt die Idee des Neubürgermarketings an: Neue Bürger zu neuen ÖPNV-Kunden machen, indem man sie schon bei der Anmeldung gezielt mit Informationen rund um umweltfreundliche Mobilitätsalternativen versorgt und ihnen auf Wunsch auch einen unverbindlichen Praxistest mit einem Schnupper-Ticket anbietet (Modul 1).

Denn gerade in dieser ersten Orientierungsphase im neuen Wohnumfeld zeigen sie sich offen für alternative Mobilitätsideen und sind eher bereit, statt des eigenen Pkw auch andere Verkehrsmittel zu testen. Studenten sind Neubürger auf Zeit mit ganz spezifischen Bedürfnissen und Interessen. In Zusammenarbeit mit den Hochschulen ist diesem Personenkreis ein eigenständiges Teilprojekt gewidmet (Modul 2). Ebenso verhält es sich mit Einwanderern aus dem Ausland. Ganz gleich ob es sich um weitgereiste Asylsuchende oder Saisonarbeitskräfte aus europäischen Nachbarstaaten handelt.

Die Aussagen zu den inländischen Zuzüglern gelten für diesen Personenkreis im besonderen Maße, denn neben fehlenden Ortskenntnissen herrschen hier meist auch mangelnde Deutschkenntnisse vor (Modul 3). Teilprojekt 4 beschäftigt sich mit den Einpendlern einer Stadt/Gemeinde. In diesem Modul sollen Arbeitgeber vor Ort animiert werden, die nachhaltige Mobilität ihrer Mitarbeiter aktiv zu unterstützen und zu fördern.

Gemeinsam mit weiteren Partnern wie Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften sollen die Möglichkeiten und Vorteile von Jobtickets stärker in den Fokus gerückt werden. In der Stadt Heilbronn gibt es jährlich etwa 11.000 Zuzüge oder Neubürger. Bei einer Gesamtbevölkerung von rund 120.000 Einwohnern ergibt sich ein Anteil von über neun Prozent. Oder bildlich ausgedrückt: wird die Gesamtbevölkerung Heilbronns theoretisch etwa alle elf Jahre einmal „runderneuert“. Vor diesem Hintergrund ist die Gruppe derer, die sich erstmals in der Stadt niederlassen, für den dortigen ÖPNV von besonders hoher Wichtigkeit.

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