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DB Arriva mit Auftrag in Großbritannien

04.10.16 (Großbritannien) Autor:Max Yang

Wie das Department for Transport (DfT) kürzlich mitteilte, bleibt das britische Fernverkehrsnetz CrossCountry bis Oktober 2019 in den Händen von DB Arriva. Zu den Vereinbarungen gehört eine Verkürzung der Reisezeit zwischen Manchester und Birmingham um neun Minuten an Werktagen und zwölf Minuten am Wochenende. Zusätzlich soll das Unternehmen 39.000 mehr Sitze zu Spitzenzeiten auf der Strecke Edinburgh-Leeds-Birmingham-Bristol-Plymouth bereitstellen. Hinzu kommen Halte im nördlichen Ort Morpeth, welche weitere Verbindungen nach Schottland, Yorkshire und den Midlands gewährleisten.

Um die direkt vergebene Vertragsverlängerung wurde die Zahlung einer Abführung von 163 Millionen Pfund Sterling (ca. 188 Millionen Euro) durch Arriva an das DfT vereinbart. Hingegen soll das DfT rund 20 Millionen Pfund Sterling für die Modernisierung der Bestandsflotte auf dem CrossCountry-Netz investieren. Nach Angaben von Arriva zählt hierzu eine Erneuerung der noch auf Technik der 1970er-Jahre basierenden HST-Dieseltriebzüge, unter anderem in Form von automatischen Türen, die die jetzigen Schlagtüren ersetzen sollen.

Darüber hinaus sollen bis April 2018 netzweit vollständig kostenloser Internetzugang und 4G-Geschwindigkeiten gewährleistet werden. Bisher ist der WiFi-Zugang lediglich für Fahrgäste der ersten Klasse inklusive. Rund 340.000 Pfund Sterling jährlich sollen darüber hinaus von Arriva in Community-Rail-Partnerschaften entlang des Netzes investiert werden. Seitens Arriva CrossCountry betont man, dass bereits in den letzten neun Jahren eine erhebliche Qualitätsverbesserung stattgefunden habe.

Neue Fahrpläne, zusätzliche Halte, eine modernisierte Zuginneneinrichtung und die Wiedereinführung der beliebten, geräumigen HST, sowie ein branchenweit Standards setzendes System für E-Ticketing und Reservierungen wurden genannt. Eine Reihe weiterer Kundenserviceverbesserungen wurden zugesagt, unter anderem ein 24 Stunden, 7 Tage verfügbarer Kundenservice, eine neue mobile App zum Erwerb von Fahrkarten und Fahrplanauskünften, sowie die Abschaffung der bisher 10 Pfund Sterling betragenden Umbuchungsgebühr bei im Voraus erworbenenen Sparpreisen (Advance) ab Januar 2017.

In der Vergangenheit schien CrossCountry bereits öfter eine Art Experimentierfeld oder Labor für das traditionelle deutsche DB-Kerngeschäft darzustellen – Innovationen wie das „Advance on the day“ waren im britischen Fernverkehr von CrossCountry bereits verfügbar, als ICE-Sparpreise in Deutschland noch drei Tage im Voraus gebucht werden mussten. Das Netz umfasst langlaufende Linien des traditionellen Schienenpersonenfernverkehrs durch ganz Großbritannien, unter anderem von Plymouth im südwestlichen Cornwall bis Edinburgh in Schottland. CrossCountry bedient jedoch, dem Namen entsprechend, nicht die Kopfbahnhöfe im Zentrum Londons. Ursprünglich wurde DB Arriva 2007 mit CrossCountry beauftragt – der vorherige Betreiber war Virgin Trains.

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