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Mobilitätsforum in Köln

19.09.16 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

In der letzten Woche trafen sich rund 120 Kommunalpolitiker aus dem Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg im Kölner Rathaus zum kommunalpolitischen Forum. Ziel der Veranstaltung war es, mit vereinten Kräften Strategien zu entwickeln, um den Verkehrsmix im Sinne aller Beteiligten besser zu vernetzen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig: Die Mobilität ist im Umbruch. Die autoorientierte Verkehrs- und Stadtplanung der letzten Jahrzehnte stößt an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.

Zukünftig werden die Kommunen Vorreiter sein, die in nahräumliche Strukturen investieren, die vernetzte und effiziente Mobilitätsangebote entwickeln und bewerben müssen. Denn auf welchen Wegen und mit welchen Verkehrsmitteln sich Menschen fortbewegen können, prägt nicht nur ihren individuellen Alltag, sondern auch die Lebensqualität und die Attraktivität der Kommune und wird mehr und mehr zum Standortfaktor.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) betonte in ihrem Grußwort, dass die Gesellschaft im Bereich der Mobilität vor einer großen Herausforderung stehe: „Die Bevölkerungszahl wird stark ansteigen und damit auch die Anforderungen an Infrastruktur und Mobilität. Derzeit sind sowohl der Auto- als auch der Bahnverkehr von Stau geprägt – das muss sich ändern. Wir benötigen eine gemeinsame Strategie, die über Kommunalgrenzen hinausgeht und gemeinsame, bedarfsgerechte Konzepte.“

VRS-Geschäftsführer Norbert Reinkober ermutigte die Teilnehmer zum Austausch untereinander: „Der Verkehr macht nicht an der Stadtgrenze halt, daher wollen wir als Dienstleister die Kommunikation zwischen den Kommunen anregen: Es ist ausdrücklich erlaubt, voneinander zu lernen. Es bedarf eines kommunalen Planens und Handelns, das alle Verkehrsträger miteinbezieht – von Bus und Bahn über attraktive Fahrrad- und Fußwege und Carsharing bis zu Fahrgemeinschaften.“

Bei dieser Aufgabe unterstützt der VRS die Kommunen in der Region gemeinsam mit dem Zukunftsnetz Mobilität NRW. Sebastian Schuster (CDU), Landrat des Rhein-Sieg-Kreises und VRS-Verbandsvorsteher, betonte ebenfalls die Notwendigkeit der regionalen Zusammenarbeit: „Eine zukunftsfähige Mobilität können wir nur alle gemeinsam entwickeln. Wir dürfen nicht kleinteilig denken, sondern über den Kirchturm hinwegschauen und überregionale Lösungen entwickeln.“

Für Bernd Kolvenbach, den Vorsitzenden der Zweckverbandsversammlung des VRS, steht fest: „Die Zeiten des sektoralen Planen und Handelns müssen überwunden werden.“ Wichtig sei dabei ein besseres Miteinander der einzelnen Verkehrsträger. Gerade der Fuß- und Radverkehr sowie die Carsharingsysteme seien wichtige strategische Partner für den ÖPNV. „Bei der Suche nach Alternativen zum einseitigen Autogebrauch können die Politiker durch die Nutzung der Beratungs- und Vernetzungsangebote des VRS Synergieeffekte nutzen und Parallelarbeiten vermeiden“, sagte Kolvenbach.

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