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Mehr Kapazitäten im Kölner Dieselnetz

29.09.16 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Ab sofort stehen im Kölner Dieselnetz, das seit einigen Jahren unter dem Namen Vareo läuft, mehr Sitzplätze zur Verfügung. Die über tausend zusätzlichen Plätze sollen vor allem den Pendlern in den Hauptverkehrszeiten zugutekommen – insbesondere auf der Eifelstrecke Köln – Trier (RE 22 und RB 24) und der Oberbergischen Bahn Köln – Gummersbach (- Meinerzhagen) (RB 25). Um das Platzangebot zu erweitern, wurden insgesamt neun Züge des Typs LINT 54 aufwändig umgebaut. Die ursprünglich zweiteiligen Triebwagen erhielten jeweils ein zusätzliches Mittelteil mit 120 Sitzplätzen.

Durch die Verlängerung um 27 Meter sind die Fahrzeuge nun identisch mit den dreiteiligen LINT 81, die bereits im Netz fahren. Die komplette Flotte besteht damit aktuell aus 49 dreiteiligen Zügen mit je 300 und neun zweiteiligen mit je 180 Sitzplätzen. „Durch den Umbau stehen uns mehr große Fahrzeuge zur Verfügung, die wir in den Hauptverkehrszeiten zu Doppeleinheiten mit 600 Sitzplätzen zusammensetzen können“, erklärt Dirk Helfert, Leiter des Verkehrsbetriebs Rheinland von DB Regio NRW. „Damit können wir vor allem den Pendlern in den stark frequentierten Zügen von und nach Köln mehr Platz bieten. Schließlich soll der Arbeitsweg möglichst stressfrei sein – und dazu gehört ein Sitzplatz.“

Die Kapazitätserweiterung wurde durch den Nahverkehr Rheinland (NVR) finanziert. „Mit dem Umbau leisten NVR und DB Regio einen weiteren Beitrag, um die Qualität im Kölner Dieselnetz insbesondere in den pendlerintensiven Hauptverkehrszeiten zu erhöhen. Neben mehr Komfort für unsere Kunden erwarten wir uns durch den schnelleren Fahrgastwechsel auch eine höhere Pünktlichkeit“, so Heiko Sedlaczek, Geschäftsführer der Nahverkehr Rheinland GmbH. Das Kölner Dieselnetz wird von DB Regio in seinem Nettovertrag betrieben, d.h. die steigenden Fahrgelderträge fließen komplett an den Betreiber. Die Folge ist, dass diese Gelder nicht genutzt werden können, um weitere Leistungen zu finanzieren.

Leistungsausweitungen können zwar auch zusätzliche Züge sein, im chronisch überlasteten Eisenbahnknotenpunkt Köln sind allerdings längere Züge deutlich einfacher. Zwar verdient DB Regio durch die höher als erwartet liegenden Markteinnahmen mehr Geld, ist jedoch durch den Verkehrsvertrag nicht verpflichtet, die Kapazitäten zu erhöhen. Entsprechend kann dieses Geld etwas aus Pönalemitteln entstammen oder auch aufgrund der jetzt höheren Regionalisierungsgelder freigemacht werden.

Die noch relativ neuen Fahrzeuge haben im Anschluss an den vom Aufgabenträger Umbau deutlich höhere Kapazitäten, bleiben aber im vollständigen Eigentum der DB AG. Anfang 2015 hatte die Verbandsversammlung des NVR die Finanzierung der Umbaumaßnahmen beschlossen, anschließend hatte der Fahrzeughalter DB Regio die Arbeiten beim Hersteller Alstom in Auftrag gegeben. „Alstom hat den Umbau schneller umgesetzt, als im Zeitplan vereinbart war. Für die gute und schnelle Arbeit bedanke ich mich“, so Sedlaczek.

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