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NVR übt Kritik an National Express

04.08.16 (NVR, NWL, VRR) Autor:Stefan Hennigfeld

Nachdem National Express in Nordrhein-Westfalen in der jüngsten Vergangenheit mit Zugausfällen durch Personalmangel zu kämpfen hatte, hat sich nun der Aufgabenträger Nahverkehr Rheinland ieingeschaltet und eine rasche Problemlösung im Sinne eines zuverlässigen Eisenbahnbetriebs im Zu- und Ablauf auf Köln gefordert. Vor allem die Linie RB 48 von Wuppertal-Oberbarmen nach Bonn war demnach von Zugausfällen betroffen.

Ein weiterer Kritikpunkt: Die Züge der RE 7 verkehren zwischen Krefeld und Köln Messe/Deutz nur mit einer Einfach-, statt wie im Verkehrsvertrag festgelegt, mit einer Doppeleinheit. Die Folge waren Minderkapazitäten. Damit war gerade die Achsen Wuppertal-Solingen-Köln besonders betroffen, wo beide Linien parallel fahren. Dazu kommen Ferienbaustellen durch DB Netz, was die Lage noch einmal dramatisiert.

Die drei Aufgabenträger VRR, NWL und NVR haben in einem kurzfristig anberaumten Krisengipfel deutlich gemacht, dass die im Verkehrsvertrag vereinbarten Leistungen einzuhalten sind und das Unternehmen zu einer schnellen Verbesserung aufgefordert. Dabei ist National Express dafür verantwortlich, dass ausreichend Züge verfügbar sind.

Zwar hält DB Regio die Züge im Auftrag von National Express instand – allerdings als Unterauftragnehmer ohne einen direkten Bezug zu den zuständigen Aufgabenträgern. National Express hat diese Leistung ausgeschrieben, DB Regio hat sich beworben und als wirtschaftlichster Bieter den Zuschlag erhalten. Den Aufgabenträgern gegenüber ist aber allein National Express verantwortlich, mögliche Verantwortungen von DB Regio als Instandhalter wären im Binnenverhältnis zwischen den beiden Unternehmen zu klären.

Anders sieht es bei der Personaldecke aus. „Obwohl wir annehmen, dass NX alles tut, um die Zahl der Zugausfälle so gering wie möglich zu halten und der Betrieb durch die große Sommerbaustelle zwischen Opladen und Solingen erschwert wird, können wir die aktuellen Probleme im Sinne unserer Kunden nicht tolerieren“, stellt NVR-Geschäftsführer Heiko Sedlaczek klar. „NX muss mit einem griffigen Personalkonzept und einer transparenten Kundeninformation auf die Ausfallserie reagieren. Auch der Einsatz von nur einem Fahrzeug auf der RE 7 zwischen Krefeld und Köln Messe/Deutz ist nicht akzeptabel und verstößt gegen den Verkehrsvertrag.“

Das wird sich jedoch ändern. „Bedingt durch die Sommerbaustelle der DB Netz AG, den Sommerferien und zusätzlichen kurzfristigen Krankmeldungen kam es zu Ausfällen einzelner Umläufe“, so Marcel Winter Pressesprecher der National Express Rail GmbH. „Durch interne Maßnahmen konnten diese seit Mitte letzter Woche allerdings nahezu kompensiert werden. Zukünftig möchte National Express eher einen Personalüberhang aufbauen und hat daher zum 1.8.2016 zusätzliche Triebfahrzeugführer eingestellt, die dann nach abgeschlossener Strecken- und Fahrzeugkunde im Laufe des Monats im Fahrdienst eingesetzt werden können.“

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