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KVB verstärkt Sicherheitsengagement

11.08.16 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Kölner Silvesternacht ist zwar ein einschneidendes Ereignis, steht jedoch nicht isoliert da. Bereits seit Jahren ist Bandenkriminalität rund um den Kölner Hauptbahnhof ein stadtbekanntes Thema: Diebstähle und Rauschgifthandel sind trauriger Alltag – doch erst seit Neujahr ist das Thema im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit angekommen. Nun haben auch die Kölner Verkehrsbetriebe reagiert. In enger Zusammenarbeit mit der Kölner Agentur für Arbeit wurden zwanzig zusätzliche Mitarbeiter ausgewählt und eingestellt, die am 1. bzw. 15. Juli ihren Dienst begonnen haben.

Die Stellen sind zunächst auf zwei Jahre befristet. Die neuen Mitarbeiter, 18 Männer und zwei Frauen, sollen vor allem in den Spät- und Nachtschichten sowie am Wochenende eingesetzt werden. Sie werden über mehrere Wochen ausgebildet, unter anderem in Tarif- und Streckenkunde, Recht, Deeskalation und Erste Hilfe, und sie werden in der ersten Zeit von erfahrenen Kollegen begleitet, die sie in ihre neue Tätigkeit einführen. Inwieweit die Sozialleistungsträger sich auch an den Kosten der neuen Beschäftigten beteiligen, ist nicht bekannt.

Auch ob das Projekt langfristig fortgesetzt wird oder ob man den Mitarbeiterbestand nach zwei Jahren wieder senkt, weiß man derzeit noch nicht. Das Aufgabenspektrum umfasst unter anderem die Information von Fahrgästen, Fahrgastlenkung, die Hilfe beim Ein- oder Aussteigen oder bei der Bedienung der Ticketautomaten, die Durchsetzung des Rauch- sowie des Ess- und Trinkverbots und des Hausrechtes in den Fahrzeugen in den Anlagen der KVB, aber auch die Fahrscheinkontrolle und die Verhinderung von Straftaten.

„Mit den neuen Mitarbeitern verstärken wir erneut unsere Anstrengungen, um den Service für unsere Kunden, aber auch die objektive Sicherheit und das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu verbessern“, so Peter Densborn, Vorstand und Arbeitsdirektor der KVB. „Und wir setzen die bewährte Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur fort.“ Die Agentur für Arbeit hatte im April zum Tag der Logistik interessierte Arbeitslose eingeladen, um mit der KVB und anderen Logistikunternehmen ins Gespräch zu kommen.

An zwei Bewerbertagen in der Agentur fanden dann weitere Auswahlgespräche statt. „Auf diese Art und Weise konnten wir den Kölner Verkehrs-Betrieben eine Menge guter Bewerber zuführen und durch unsere Kunden Stellen besetzen“, so Roswitha Stock, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln.

Parallel dazu setzt das Unternehmen auf die Ausweitung der Videoüberwachung. Dem Rat der Stadt Köln liegt dazu ein gemeinsam mit der Stadtverwaltung erarbeiteter Beschlussentwurf zur Ausweitung der Videoüberwachung in den Zwischenebenen der U-Bahnhaltestellen zur Entscheidung vor. Zur Erinnerung: Nach der Kölner Silvesternacht wurden Tatverdächtige zum Teil freigesprochen, weil vorhandene Videoanlagen qualitativ so minderwertige Bilder lieferten, dass diese zur Beweisführung untauglich waren. Das soll sich nicht mehr wiederholen.

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