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Smartmove: Erfolgreich in Euskirchen

19.07.16 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Um Mobilitätsalternativen zum eigenen Auto im ländlichen Raum zu stärken, startete der Verkehrsverbund Rhein-Sieg im Februar 2014 im Kreis Euskirchen in den Kommunen Kall, Hellenthal, Schleiden und Bad Münstereifel eine aktive ÖPNV-Beratung. Das Angebot im Rahmen des EU-Projekts „SmartMove“ ist nun beendet worden und zeigt erstaunlich positive Ergebnisse: 33 Prozent der hier anschließend Befragten kannten jetzt das Angebot des lokalen ÖPNV – zuvor waren dies nur 19 Prozent.

90 Prozent der Interviewten fühlten sich hinterher insgesamt besser informiert, 46 Prozent – im Gegensatz zu vorherigen 19 Prozent – kennen nun den Taxibus und in den „SmartMove-Kommunen“ wurden zwischen Januar 2015 und Januar 2016 ganze 15 Prozent mehr Fahrten per TaxiBus unternommen. Kommunen ohne diese aktiven Beratungen verzeichneten im gleichen Zeitraum dagegen einen Rückgang der Taxibusfahrten von 2 Prozent. 25 Prozent der Befragten ersetzten nach Teilnahme an der SmartMove-Kampagne pro Woche eine oder mehr Autofahrten durch ÖPNV-Fahrten.

Der VRS erfragte zunächst den Informationsbedarf der Bürgerinnen und Bürger zum ÖPNV. Auf Wunsch wurde anschließend individuell beraten und hilfreiche Infomedien wie Fahrpläne zur Verfügung gestellt. Zudem war der VRS flankierend bei zahlreichen lokalen Veranstaltungen und Stadtfesten der Kommunen mit einen Informationsstand vertreten und führte auch zwei Auditorien mit Fachpublikum durch. Unterstützt und begleitet wurde diese aktive Mobilitätsberatung durch sechzehn Bustrainings und sechs Mobilitätschecks in Zusammenarbeit mit der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK).

Hier standen Sicherheitsaspekte und Fragen der Barrierefreiheit im Vordergrund. Als weitere Maßnahme zur Stärkung von Bus und Bahn wurden für alle vier Kommunen spezielle Karten mit allen relevanten Infos zum ÖPNV erstellt. Auf dem Lande wohnen nicht nur bald deutlich weniger Menschen, sie werden auch immer älter: Für den Kreis Euskirchen etwa wird bis 2030 eine Zunahme von rund 50 Prozent des Anteils der über 65-jährigen an der Gesamtbevölkerung erwartet.

Wie können diese Menschen auch im Alter mobil bleiben und am Leben teilhaben? Oft ist das Bus- und Bahnangebot wie beispielsweise Taxibus-Plus kaum bekannt, denn das eigene Auto bestimmte meist über Jahrzehnte hinweg die Mobilität. Das Projekt SmartMove setzt daher auf Information, um zu einem anderen Mobilitätsverhalten motivieren. Das EU-Projekt SmartMove fördert die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel durch aktive Mobilitätsberatung. Hervorgegangen ist SmartMove aus einem Pilotprojekt im österreichischen Waldviertel unweit von Wien, wo die Fahrgastzahlen des ÖPNV durch direktes Marketing nachweislich um 10 bis 15 Prozent zunahmen. Im Projekt arbeiten verschiedene Verkehrsunternehmen, Verkehrsverbünde und Universitäten zusammen, um die Verkehrswende auf dem Land voranzubringen.

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