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KVB testen neue Fahrscheinautomaten

04.05.16 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Kölner Verkehrsbetriebe testen seit dieser Woche neue Fahrscheinautomaten. Insgesamt 19 neue Geräte werden für drei bis vier Monate an Haltestellen und noch einmal 19 weitere Geräte in den Fahrzeugen ihren Dienst tun. Dabei sollen sie sich in puncto Stabilität und Zuverlässigkeit bewähren. Insgesamt erhält die KVB 130 stationäre Automaten für den Einsatz an Haltestellen sowie 812 mobile Automaten für die Busse und Stadtbahnen.

Die Auslieferung soll – nach erfolgreichem Test und der Umsetzung hieraus resultierender Optimierungen – bis ins Jahr 2017 erfolgen. Das Investitionsvolumen beträgt insgesamt rund 11,5 Millionen Euro, die die KVB komplett aus eigenen Mitteln bezahlt.

Jürgen Fenske, Vorstandsvorsitzender der KVB: „Wir freuen uns, dass wir mit unseren neuen Automaten den Fahrgastservice verbessern. Insbesondere die erweiterten Zahlungsmöglichkeiten mit EC- und Kreditkarte sowie die verbesserte Benutzerführung auf dem Display stellen einen großen Fortschritt dar.“

Mit dem Testbetrieb erhalten die KVB und der Hersteller ICA Traffic aus Dortmund, wichtige Hinweise darauf, ob die Kunden mit der Benutzeroberfläche der neuen Automaten zurechtkommen, die Zahlungsabwicklung und Fahrscheinausgabe korrekt abgewickelt werden, die Software der neuen Automaten zuverlässig mit dem Hintergrundsystem von ICA zusammenarbeitet und die Hardware den Belastungen des Fahrbetriebs standhält.

Die Kunden finden die ersten neuen stationären Automaten an Haltestellen großer Knotenpunkte, wie etwa Dom/Hauptbahnhof, Breslauer Platz, Neumarkt, Heumarkt, Ebertplatz, Friesenplatz, Rudolfplatz, Hansaring, Rodenkirchen Bahnhof und Florastraße. Die mobilen Automaten sind in Bussen und Stadtbahnen auf allen Linien im Einsatz.

Im Vergleich zu den bisherigen Geräten weisen die neuen Ticket-Automaten der KVB zahlreiche Vorteile auf. So können die Kunden an allen neuen Geräten mit EC- und Kreditkarte (Visa und Mastercard) sowie über girogo zahlen, weiterhin mit Geldkarte und Münzen. Bisher war lediglich an wenigen Haltestellen die Zahlung mit EC-Karte möglich. In allen Automaten ist das gesamte Ticket-Sortiment des VRS erhältlich. Mit der Warenkorb-Funktion können bis zu zwei unterschiedliche Ticketarten und insgesamt bis zu zehn Tickets gleichzeitig gekauft werden.

Die Touch-Funktion der Benutzeroberfläche wurde verbessert. Die Nutzerführung auf dem Display erlaubt sowohl die Ticketschnellwahl als auch die Hinführung des Kunden zum geeigneten Ticket. Über einen Vier-Ecken-Modus ist ein vereinfachter Ticketkauf für Menschen mit Sehschwäche möglich. Die Bedienung der neuen Ticket-Automaten kann in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Türkisch erfolgen.

Mit dem integrierten Barcode-Scanner können Fahrgäste an den Automaten die Art ihres Tickets einlesen, um zum Beispiel den gleichen Fahrschein für die Rückfahrt zu erwerben. Zudem können Kunden hierüber einen Bescheid über das Erhöhte Beförderungsentgelt (EBE) einlesen und den Betrag direkt begleichen. Neu ist auch die Zielsuche, die die Eingabe des Reiseziels an den Automaten erlaubt.

Über ihre eigene Ortung bzw. den festgelegten Standort ermitteln die neuen Ticket-Automaten die passende Verbindung und ermöglichen den direkten Erwerb des entsprechenden Tickets. Jörg Metzger, Geschäftsführer Vertrieb des Herstellers ICA Traffic: „Mit diesen Auto-maten bietet die KVB ihren Kunden ein Produkt der neuesten Generation an. Die Geräte gehören zu den innovativsten Ticket-Automaten des öffentlichen Verkehrs und halten national wie international den Vergleichen stand.“

Die neue Automaten-Generation ist ausgelegt für eine Lebensdauer von etwa 15 Jahren. Die Geräte sind zudem erweiterungsfähig. Die bisherigen Automaten stammen aus dem Jahr 2002 und wurden anlässlich der Euro-Einführung angeschafft. Derzeit werden etwa 18 Prozent der Tickets an Ticket-Automaten erworben bzw. 13 Prozent des Umsatzes an den Geräten erzielt.

Allerdings nehmen auch die neuen Automaten ausschließlich Hartgeld in bar an und keine Scheine. Offensichtlich ist der Aufwand für die KVB zu groß. Doch zumindest an einigen Knotenbahnhöfen im VRS können Fahrgäste auch die Automaten von DB Vertrieb nutzen, die schon seit langer Zeit auch Scheine annehmen. Ob bei der verweigerten Annahme von Geldscheinen im Zweifel wirklich eine Schwarzfahrt vorliegt, müssen Gerichte entscheiden.

Siehe auch: Keine Geldscheine sind inakzeptabel

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