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E-Netz Mittelsachsen: Züge übergeben

01.04.16 (Sachsen) Autor:Stefan Hennigfeld

Die ersten Züge für das Elektronetz Mittelsachsen wurden dem Aufgabenträger Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) vor Ostern übergeben. Sie stehen im Eigentum des VMS und werden durch den Hersteller Alstom instandgehalten. Betreiber wird die Transdev-Tochter Mitteldeutsche Regiobahn sein. Die elf Dreiteiler und fünf Fünfteiler können jeweils bis zu 350 bzw. 460 Fahrgäste befördern. „Wir sind stolz darauf, die ersten Züge nach nur zwei Jahren ausliefern zu können. Mit mehr als 2.200 verkauften Fahrzeugen und einem Know-how von mehr als 30 Jahren, ist unsere Coradia Familie eine der bewährtesten modularen Zugreihen. Wir freuen uns, dass sich der Kunde für uns entschieden hat“, sagt Didier Pfleger, Vice President Germany & Austria von Alstom.

Die restlichen 13 Fahrzeuge (zwei Dreiteiler und elf Fünfteiler) werden planmäßig bis 27. Mai 2016 ausgeliefert, sodass am 12. Juni 2016 zur Betriebsaufnahme alle Fahrzeuge bereitstehen werden. Bereits im Oktober 2015 war eins der neuen Fahrzeuge auf dem Chemnitzer Hauptbahnhof der Öffentlichkeit vorgestellt worden. „Die Fahrgäste und interessierten Besucher waren begeistert vom modernen Coradia Continental. Alstom hat die Anforderungen, die die Fahrgäste des VMS an ein modernes Nahverkehrsfahrzeug stellen, sehr gut umgesetzt“, freut sich VMS-Geschäftsführer Harald Neuhaus.

Wichtig waren dem VMS insbesondere die große Behindertentoilette, das Blindeninformationssystem (BLIS) und ein großer Mobilitätsbereich, um auch den mobilitätseingeschränkten Fahrgästen viel Komfort bieten zu können. Die hochwertige Ausstattung kommt einem Fernverkehrszug sehr nahe. Die Mitarbeiter der MRB werden in den nächsten Wochen auf den neuen Fahrzeugen und auf den Strecken des Elektronetzes Mittelsachsen geschult. „Wir sind sehr gespannt auf die neuen Fahrzeuge von Alstom, mit denen wir unsere Erfolgsgeschichte in Sachsen fortschreiben können“, sagt Dirk Bartels, Vorsitzender der Geschäftsführung Transdev Mitteldeutschland GmbH. „Das Elektronetz Mittelsachsen mit einem Volumen von 5,8 Millionen Zugkilometer ergänzt hervorragend unsere bestehende Linie Leipzig – Chemnitz und die ebenfalls im Juni 2016 an den Start gehende Linie Leipzig – Döbeln.“

Das Investitionsvolumen durch den VMS beträgt etwa 150 Millionen Euro. Bei der Vergabe war ursprünglich eine Klausel vorhanden, wonach der Betreiber für den Fall, dass man ein externes Eisenbahnverkehrsunternehmen mit der Wartung als Subunternehmen beauftragt hätte, dieses dem Aufgabenträger hätte angeben müssen. Ein solches Subunternehmen wäre dann von der Vergabe der Betriebsleistungen ausgeschlossen worden. Gegen diese Regelung ist der Altbetreiber DB Regio vor die Vergabekammer gezogen und bekam dort Recht. Trotzdem hat man bei DB Regio am Ende des Vergabeverfahrens davon abgesehen, ein Angebot einzureichen und sich daher freiwillig zurückgezogen. Somit stand der Betreiberwechsel frühzeitig fest.

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