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Bad Aibling: Fahrdienstleiter in U-Haft

18.04.16 (Bayern) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Fahrdienstleiter, der mutmaßlich für den Frontalzusammenstoß zweier Züge in Bad Aibling verantwortlich sein soll, sitzt seit einigen Tagen in Untersuchungshaft. Offensichtlich hat das Gericht aufgrund der neuen Ermittlungserkenntnisse eine schärfere Verurteilungsprognose angenommen als bislang. Die Ermittler legen dem Fahrdienstleiter jetzt nicht nur ein augenblickliches Versagen zur Last, „sondern eine erheblich schwerer ins Gewicht fallende Pflichtverletzung“, wie es in Medienberichten heißt.

Der Verdacht hatte sich bereits kurz nach dem Unfall gegen den Fahrdienstleiter gerichtet, den Unfall verursacht zu haben. Allerdings ging man nach bisher bekannt gewordenen Einzelheiten davon aus, dass versehentlich falsche Signale gesetzt worden waren. Das ist wohl auch weiterhin Stand der Dinge, jedoch steht nun im Raum, dass der Fahrdienstleiter auch während der laufenden Not- und Ersatzsignalisierung an seinem Smartphone Onlinespiele gespielt haben soll.

Er gab jedoch an, dass ihn das nicht abgelenkt habe. Die Signale waren mutmaßlich auf einen Notbetrieb umgestellt worden, um den Betriebsablauf zu beschleunigen. So hatte ein Zug bereits ein Ausfahrsignal, während der Streckenblock noch durch den per Ersatzsignal gesteuerten anderen Zug belegt war. Derweil ist ein weiteres Unfallopfer im Krankenhaus an den Folgen verstorben. Die Zahl der Todesopfer hat sich somit nun auf insgesamt zwölf Personen erhöht.

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