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ÖPNV-Konzept zum Kölner Karneval steht

04.02.16 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Noch immer unter dem Eindruck der schrecklichen sexuellen Übergriffe rund um den Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht, haben nun der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) ihre Verkehrskonzepte für die tollen Tage vorgestellt. Rund um den Hauptbahnhof sollen zahlreiche Polizisten und Ordnungskräfte aktiv sein, außerdem werden dunkle Ecken umfassend ausgeleuchtet.

Die KVB stocken vom heutigen Weiberfastnachtstag bis Aschermittwoch ihren Personalbestand auf knapp 650 Personen auf. Die eigenen Mitarbeiter werden dabei von einem privaten Sicherheitsdienst unterstützt. Die Kölner Verkehrs-Betriebe stocken während der Karnevalstage ihr Sicherheits- und Servicepersonal auf. Knapp 650 Mitarbeiter der KVB und eines privaten Sicherheitsdienstes werden insgesamt zwischen Weiberfastnacht und Karnevalsdienstag unterwegs sein, vor allem an den Haltestellen Dom/Hauptbahnhof, Breslauer Platz, Barbarossaplatz, Chlodwigplatz sowie an den Stationen Rathaus und Heumarkt.

Rechtzeitig vor Karneval wurden darüber hinaus in der Zwischenebene der U-Bahn-Station Dom/Hauptbahnhof zwölf Videokameras installiert. Im Übrigen sind alle Busse und Bahnen sowie alle U-Bahnsteige videoüberwacht. Die KVB empfiehlt in diesem Zusammenhang ihren Fahrgästen, in kritischen Situationen die zahlreichen Notruf- und Meldeeinrichtungen in den Fahrzeugen und an den Haltestellen zu nutzen: etwa die Notrufsäulen an jedem U-Bahnsteig, die beim Bedienen eine Verbindung zur Leitstelle herstellen; die Notsprecheinrichtungen in den Bahnen (an jeder Tür); im Bus können die Fahrer angesprochen werden. In jedem Fall stehen die Mitarbeiter der KVB, die durch einheitliche Kleidung und rote beziehungsweise schwarze Mützen erkennbar sind, zur Verfügung.

Das gilt auch für den SPNV: DB Regio NRW wird im Auftrag des NVR die Bestreifung der Züge deutlich erweitern. Auch National Express beabsichtigt, die Umläufe der RE 7 und RB 48 situativ durch zusätzliches Sicherheitspersonal begleiten zu lassen. Ein Großteil der Fahrzeuge der RE- und RB-Linien im Gebiet des NVR ist mittlerweile mit Videoüberwachungsanlagen ausgestattet. Darüber hinaus wurden bereits Ende 2014 Kameras in der gesamten Fahrzeugflotte der S-Bahn Köln installiert.

Die aufgezeichneten Videobilder werden verschlüsselt für 72 Stunden auf Festplatten gespeichert. Wenn sich ein konkreter Vorfall ereignet haben sollte, werden die Speichermedien mit der Aufzeichnung des Tatzeitraums an die Bundespolizei übergeben. Dort können die Daten mit entsprechenden Computern entschlüsselt und ausgewertet werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass Strafanzeigen kurzfristig erstattet werden. An Silvester haben einige Opfer zum Teil mehrere Wochen gewartet, bis sie sich an die Strafverfolgungsbehörden gewandt haben – inzwischen sollte die öffentliche Stimmung hier aber eine andere sein. Eine Katastrophe wie zu Silvester soll damit in jedem Fall verhindert werden.

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