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UK: Krisengipfel mit Southern

19.01.16 (Großbritannien) Autor:Max Yang

An diesem Montag treffen rund 20 Mitglieder des Parlaments mit Vertretern des Eisenbahnverkehrsunternehmen Southern zusammen. Dieser Krisengipfel wurde von Verkehrsstaatssekretärin Claire Perry (Conservatives) berufen, da die Leistungen im vergangenen Jahr wiederholt Gegenstand der Kritik durch Parlamentarier waren. Am 15. Dezember waren nur 44% der Govia-Thameslink- und Southern-Züge pünktlich, 845 Züge seien ausgefallen oder stark verspätet gewesen. Maria Caulfield (Conservatives), die aus ihrem Wahlkreis Lewes nach Westminster pendelt, spottete kürzlich auf Twitter, ein Weltraumflug sei schneller als eine Heimfahrt in ihren Wahlkreis mit dem Zug.

Fraktionsübergreifende Kritik ist u.a. auch von Chuka Umunna (Labour), Abgeordneter für Streatham, sowie Caroline Lucas (Green), Abgeordnete für Brighton, zu vernehmen. Offen droht Chris Philp (Conservatives), Abgeordneter für Croydon South, er werde sich für den Entzug des Netzes und einen Direktbetrieb durch die Regierung einsetzen, wenn bis Frühjahr keine Normalisierung eingetreten sei. Er benennt massive Verspätungen, willkürliche Ausfälle, Fahrermangel, überfüllte Züge und das Auslassen von Halten durch verspätete Züge. Das bereits miserable Angebot werde immer noch schlechter. Eine derartige vorzeitige Kündigung wäre keine Premiere in UK: Connex verlor das benachbarte Netz South Eastern 2003 vorzeitig aufgrund finanzieller Probleme.

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