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Vias Rail erhält Verkehrsvertrag

19.11.15 (NVR, VRR) Autor:Stefan Hennigfeld

In dieser Woche haben Vertreter der Vias Rail GmbH sowie der Aufgabenträger VRR und NVR die Verkehrsverträge für die Linien RB 34 und RB 38 am Niederrhein unterschrieben. Das Erft-Schwalm-Netz wird nach einer vorangegangenen Ausschreibung für zwölf Jahre vergeben. Bereits im März haben die politischen Gremien der Aufgabenträger die Zuschlagserteilung besiegelt. Mit dem neuen Betreiber verkehren ab Fahrplanwechsel im Dezember 2017 auf den Regionalbahn-Linien RB 34 und RB 38 neue Diesel-Triebfahrzeuge des Herstellers Alstom und erbringen die jährlich rund 850.000 Zugkilometer in diesem Netz.

Diese Züge vom Typ LINT 54 und LINT 41 sind komfortabler ausgestattet als die aktuell verkehrenden Fahrzeuge und ermöglichen zudem einen niveaugleichen Ein- und Ausstieg an 76 Zentimeter hohen Bahnsteigen. „Wir freuen uns, dass mit der Vias Rail das siebte Eisenbahnverkehrsunternehmen im VRR-Verbundraum unterwegs sein wird und dass bei der Beschaffung der Züge erneut das Fahrzeugfinanzierungsmodell des VRR zum Einsatz gekommen ist“, betont VRR-Vorstandssprecher Martin Husmann. „Damit beschafft die Vias Rail zwar die Fahrzeuge für den Betrieb, ver-äußert diese jedoch an den Zweckverband VRR weiter. Der VRR wird Eigentümer der Fahrzeuge, übernimmt deren Finanzierung und verpachtet sie während der gesamten Laufzeit des Verkehrsvertrages von zwölf Jahren an die Vias Rail.“

Das Modell kam erstmals bei der Vergabe der Linie S 7 an Abellio Rail NRW zustande und ist seitdem bei jeder VRR-Ausschreibung optional. Bislang wurde es stets von allen Bietern in Anspruch genommen, mit Ausnahme von DB Regio. NVR-Geschäftsführer Heiko Sedlaczek ist zufrieden mit dem Ausschreibungsgewinner: „Die Vias Rail betreibt bereits mehrere Linien in Deutschland und hat sich dabei als äußerst zuverlässiges Verkehrsunternehmen erwiesen. Die Fahrgäste des Erft-Schwalm-Netzes können sich nicht nur über neue Fahrzeuge mit höheren Kapazitäten, sondern auch auf zusätzliche Fahrten freuen.“

Sebastian Nießen, Geschäftsführer des neuen Betreibers: „Wir freuen uns auf die anstehenden Aufgaben sowie über die erste erfolgreich bestrittene internationale Ausschreibung im Personenverkehr in unserem Heimatberitt Nordrhein-Westfalen.“ Mit der Neuvergabe gehen auch Leistungsausweitungen einher. Mit dem neuen Betreiber kommt es auch zu einer Ausweitung des Leistungsangebotes. So wird auf der RB 34 künftig montags bis freitags ein durchgehender Stundentakt gefahren und zudem wird täglich eine zusätzliche Fahrt ab ca. 22.30 Uhr von Mönchengladbach nach Dalheim angeboten.

Die RB 38, die nach aktuellem Fahrplan von Düsseldorf Hbf über Bedburg (Erft) nach Köln Messe/Deutz verkehrt, wird zukünftig in Bedburg (Erft) geteilt. Dabei wurde nur der nördliche Teil der RB 38 ausgeschrieben. Hintergrund sind Planungen des NVR, nach einer Elektrifizierung im Südteil mit S-Bahnfahrzeugen zu fahren. Auf dem Nordabschnitt gibt es solche Planungen nicht.

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