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RRX: Betreiberverträge unterschrieben

22.10.15 (Hessen, Nordrhein-Westfalen, NVR, NWL, Rheinland-Pfalz, VRR) Autor:Stefan Hennigfeld

In dieser Woche wurden die Verkehrsverträge mit den Betreibern des Rhein-Ruhr-Express ab Dezember 2018 unterschrieben. Das größte Los (RE 1 und RE 11) geht dabei an Abellio, ein ebenfalls sehr großes (RE 5 und RE 6) und ein etwas kleineres Los (RE 4) geht an National Express. Die Fahrzeuge werden von Siemens geliefert und instandgehalten. Das gesamte Leistungsvolumen beläuft sich auf etwa 14,6 Millionen Zugkilometer im Jahr.

Damit wurde das bislang größte Ausschreibungsverfahren im SPNV seit der Marktöffnung im Jahre 1996 zum Abschluss gebracht, das über Jahre hinweg Thema branchenweiter Debatten war. Zur Anwendung kommt das NRW-RRX-Modell, bei dem der Aufgabenträger Eigentümer der Fahrzeuge wird. Es gibt zwei voneinander getrennte Hauptauftragnehmer, nämlich das jeweilige EVU und das Instandhaltungsunternehmen. Darin unterscheidet sich die Konstellation z.B. von Transregio, wo ebenfalls Siemens als Hersteller mit der Wartung beauftragt ist, allerdings direkt durch den Betreiber und nicht durch den Aufgabenträger. Insgesamt 82 Triebzüge in elektrischer Traktion werden durch die Aufgabenträger angeschafft, hierfür wurden etwa 600 Millionen Euro investiert.

Landesverkehrsminister Michael Groschek (SPD) zeigt sich zufrieden mit dem Ausgang des Verfahrens: „Nordrhein-Westfalen ist das bevölkerungs- und verkehrsreichste Bundesland. Wollen wir mehr Menschen von der Straße auf die Schiene bringen, dann benötigen wir in Zukunft einen noch leistungsstärkeren und attraktiveren Regionalverkehr. Mit dem RRX schaffen wir die besten Voraussetzungen dafür, das uns dies gelingen wird.“

Aktuell findet jedoch ab Dezember 2016 ein Vorlaufbetrieb statt. Diese Ausschreibung hat DB Regio für sich entscheiden können und damit wird die Linie RE 6 erstmals über Düsseldorf hinaus bis Köln verlängert. Erst im weiteren Verlauf soll es auch eine Verlängerung der Linie RE 11 bis Köln und eine komplett neue Linie RRX 4 geben, die nicht deckungsgleich mit dem heutigen RE 4 ist, sondern zusätzlich zu diesem fahren soll.

Das hängt allerdings von zahlreichen Faktoren ab: Zum einen muss die infrastrukturelle Voraussetzung geschaffen werden, um die Leistungen auch betrieblich erbringen zu können. Darüber hinaus müssen die Aufgabenträger im Folgevertrag auch über ausreichend liquide Mittel verfügen und das ist im Moment nicht seriös absehbar. Zum einen weil trotz der Einigung bei den Regionalisierungsgeldern zwischen Bund und Ländern noch immer offen ist, inwieweit z.B. die Kostensteigerungen für die Infrastruktur effektiv begrenzt werden und zum anderen weil die Einigung eine Laufzeit von 15 Jahren hat. Darüber, wie die Finanzausstattung Mitte der 2030er Jahre aussehen wird, ist im Moment noch keinerlei Kenntnis vorhanden. Das aktuelle Ziel ist es jedoch, bis zur nächsten Vertragsperiode die Voraussetzungen zu schaffen. Die Betreiberverträge laufen über jeweils 15 Jahre, während der Hersteller für insgesamt 30 Jahre die Instandhaltung machen wird.

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