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Köln feiert: Vierzig Jahre S 11

06.06.15 (NVR, VRR) Autor:Stefan Hennigfeld

Es war am 1. Juni 1975, zwölf Jahre vor der Gründung des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg, als die damalige Deutsche Bundesbahn in und um Köln erstmals mit der Linie S 11 an den Start ging. Ursprünglich fuhr sie (wie heute) von Bergisch Gladbach, endete jedoch in Köln-Chorweiler. Das hat sich inzwischen verändert, denn die Linie wird über Neuss und Düsseldorf weitergeführt bis zum Terminalbahnhof am Düsseldorfer Flughafen. In der jetzigen Form besteht sie seit der Reformierung des SPNV in Nordrhein-Westfalen im Dezember 2010 und übernahm den Flughafen-Ast von der alten Linie S 7. D

ie erste Verknüpfung zwischen den S-Bahn-Netzen Rhein-Ruhr und Rhein-Sieg durch die Linie S 11 erfolgte 1985: Die Züge fuhren seitdem über Köln-Chorweiler Nord bis Neuss. Durch die Verlängerung zwischen den Hauptbahnhöfen Neuss und Düsseldorf im Jahr 1988 profitierten die Fahrgäste auf diesem Abschnitt nun von einer zweiten S-Bahn-Linie – mit neuen Verbindungen und einem 10-Minuten-Takt. 2009 wurde ein Teil der damaligen Linie S 7 in den Verlauf der S 11 aufgenommen. Dadurch erhielt die Stadt Neuss eine direkte Anbindung zum Flughafen der Landeshauptstadt. Seitdem legt die S 11 auf ihrem Weg von Bergisch Gladbach über Köln zum Düsseldorfer Airport insgesamt 74 km zurück.

Eine Stunde und 43 Minuten benötigt die S 11 für diese Strecke, die 36 Stationen in fünf Städten umfasst. Verkehrsrote Züge waren damals noch unbekannt, im S-Bahn Design der Bundesbahn gab es sie nicht: Statt dessen fuhr die Linie S 11 in der alten Tradition, ältere Bahnreisende werden sich erinnern, in orange-weiß. Während die S-Bahn Rhein-Ruhr von Anfang an mit x-Wagen und damals umfunktionierten Schnellzugloks der Baureihe 111 gefahren ist, gab es in Köln Triebzüge der Baureihe ET 420.

Diese Olympiatriebzüge genannten Fahrzeuge wurden erstmals 1972 in München eingeführt, rechtzeitig zu den Olympischen Sommerspielen 1972, woher sie bis heute den Namen haben. Inzwischen fahren diese Züge wieder auf der Kölner S-Bahn: Aufgrund der hohen Nachfrage insbesondere zwischen Köln und Hennef (Sieg) wurden in den letzten Jahren durch den Aufgabenträger NVR immer mehr Verstärkerleistungen bestellt, die mit diesen Fahrzeugen gefahren werden – auch wenn sie inzwischen die DB-übliche verkehrsrote Lackierung erhalten haben.

Damals waren die Ausstattungsmerkmale anders: Der Nichtraucherschutz wurde in den 70er Jahren noch nicht so ernst genommen, es gab noch Raucherabteile, die in der Regel auch gut besucht waren. Große Aschenbecher wurden notwendig, damit auch in der S-Bahn gedampft werden konnte, was das Zeug hielt – während die Bundesbahn in dieser Zeit auf ihrem Netz bereits ein seit 1967 geltendens Dampflokverbot hatte. Geraucht werden durfte in der Mitte, denn die Fahrzeuge waren und sind nicht komplett durchgängig. Aktuell fahren auf der Linie Fahrzeuge der Baureihe ET 423, in einigen Jahren steht die Neuvergabe durch den NVR an.

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