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NVR meldet Trassen fürs neue Fahrplanjahr an

12.03.15 (Fernverkehr, NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Kölner Aufgabenträger Nahverkehr Rheinland (NVR) hat die Trassen fürs neue Fahrplanjahr durch die Betreiber anmelden lassen. Dabei ergeben sich einige Veränderungen bzw. Verbesserungen im Vergleich zum Status Quo. Auf der Siegstrecke wird die Linie RE 9 durch zusätzliche S-Bahnleistungen weiter entlastet. DB Regio wird auf der neu eingeführten Linie S 19 im Stundentakt bis Herchen fahren, perspektivisch ist sogar eine Verlängerung bis nach Au (Sieg) vorgesehen. Zum Einsatz kommen dabei Fahrzeuge der auch als Olympiatriebwagen bekannten Baureihe ET 420.

Dies ist möglich, weil der rund sechs Kilometer lange Streckenblock östlich von Eitorf mit einem zusätzlichen Blocksignal verkürzt wird. Aufgrund des eingleisigen Abschnitts zwischen Blankenburg (Sieg) und Merten ist es jedoch nicht möglich, die neue Linie S 19 in Blankenberg halten zu lassen, von einigen Ausnahmen abgesehen. Die vor einigen Jahren neu errichtete Station Hennef-Siegbogen, die insbesondere ein Neubaugebiet erschließt, wird jedoch profitieren und die Schiene für Köln-Einpendler attraktiver machen, zumindest im Rahmen dessen, was mit stark veraltetem Rollmaterial möglich ist. Allerdings sind kurzfristige Leistungsausweitungen im Rahmen laufender Verkehrsverträge oft nicht anderweitig möglich.

Auch die Kapazitätsausweitungen auf den Linien S 12 und S 13 bis Hennef (Sieg) bleiben erhalten. Sie waren in den letzten Monaten eine erhebliche Entlastung für die überbelegte Linie RE 9, so dass der Einsatz sich rechtfertigt und künftig regelmäßig in Doppeltraktion verkehren soll. Dies gilt insbesondere für die Linie S 13, die oft aufgrund von Fluggästen mit sperrigem Gepäck Kapazitätsprobleme hat. Die S 19 wird ebenfalls den Flughafen anfahren, während die S 12 den „direkten“ Weg über Köln-Porz nimmt. Neu eingeführt wird nach mehreren Jahren der Wartezeit jetzt die Linie RE 6a, die von Düsseldorf über Neuss und Dormagen nach Köln und weiter zum dortigen Flughafen fährt.

Die Linie wird mit Rollmaterial gefahren, welches über eine angemessene Technik zur Notbremsüberbrückung verfügt und somit in den Flughafentunnel fahren darf. Das ist notwendig, weil im Tunnel verhindert werden muss, dass aufgrund eines Feuers im Zug jemand die Notbremse zieht und der brennende Zug dann im Tunnel feststeht. Ursprünglich war geplant, die Linie im Dezember 2011 mit Silberlingen zu fahren, dies scheiterte jedoch daran, dass die Aufgabenträger und DB Regio keine finanzielle Einigung gefunden haben. Nun ist die neue Leistung Teil der Interimsvergabe der RRX-Vorlaufleistungen und wird für ein Jahr als Kurzläufer betrieben.

Ab Dezember 2016 wird die reguläre Linie RE 6 bis Köln verlängert. Der Laufweg soll dabei solange erhalten bleiben, bis das eigentlich geplante RRX-Angebot aufgrund der infrastrukturellen Voraussetzungen gefahren werden kann. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass diese Leistungen auch finanziert werden können. Zumal erscheint es politisch kaum durchsetzbar, den Städten Neuss und Dormagen diese Leistungen wieder wegzunehmen. In jedem Fall aber erhält Köln eine zweite Direktverbindung ins Ruhrgebiet und selbiges wird erstmals direkt an den Köln-Bonner Flughafen angeschlossen. Das war bislang nicht der Fall.

Im Rahmen der Neuvergabe der Linien RE 7 und RB 48 gibt es zur Hauptverkehrszeit neue Leistungen zwischen Köln und Bonn, so dass sich aus RE 5, RB 26 und RB 48 hier insgesamt vier Fahrten pro Stunde und Richtung ergeben. Je nach finanzieller Lage besteht auch die Möglichkeit, die Linie RB 48, die erstmals auch in Hürth-Kalscheuren einen Halt bekommen wird, besteht auch die Möglichkeit, irgendwann ganztags bis Bonn im Halbstundentakt zu fahren.

Ein Problem ergibt sich jedoch auf der RB 26. Hier wird die aktuelle Fahrplanlage zwar weiterhin angemeldet, jedoch will der HKX künftig Richtung Koblenz fahren, so dass sich mögliche Trassenkonflikte ergeben, die zu geänderten Fahrplanlagen und Haltausfällen führen können. NVR-Sprecher Holger Klein: „Unser Ziel ist es, im Rahmen des NRW-Taktes die Verkehre zu merkbaren Zeiten beizubehalten, dazu gehört auch, dass wir die Takttrasse so gut es geht erhalten. Einen Hinketakt wollen wir möglichst verhindern und hoffen auf eine baldige einvernehmliche Lösung zwischen DB Netz, dem HKX und unserem Partner Transregio.“ Eine Entscheidung wird dazu im Laufe des Frühjahrs fallen. Durch die hohe Belastung der beiden Rheinstrecken kann es hier immer wieder zu Konflikten um mögliche Trassenslots kommen.

Siehe auch: Taktfahrpläne schützen

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