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Coburg: Diskussion um SPFV-Halt

13.02.15 (Bayern, Fernverkehr) Autor:Stefan Hennigfeld

Die IHK-Coburg hat mit Unterstützung des VCD eine Studie zum ICE-Halt in Coburg erstellen lassen. „Das Ergebnis zeigt eindrucksvoll, wie groß das Potenzial für den Fernverkehr der Bahn auch außerhalb der großen Zentren ist“, bekräftigt Gerd Weibelzahl vom Landesvorstand des VCD Bayern. Nach Ansicht von Weibelzahl belegt die Analyse abermals, dass die Deutsche Bahn bei der Gestaltung des Fernverkehrsangebotes nicht nur auf Verbindungen zwischen großen Metropolen setzen darf. Die DB Fernverkehr AG möchte ab 2017 den Bahnhof Coburg nur zu Tagesrandlagen bedienen, da sie nur 200 Einsteiger vorhersagte. Die von einem regionalen Bündnis in Auftrag gegebene Potentialanalyse ergab nun das sechsfache.

Es ist davon auszugehen, dass bei einem zweistündlichen Halt des ICE in Coburg rund 1200 Fahrgäste zusteigen würden. „Gerade das Wachstum des Fernbusmarktes mit vielen Direktverbindungen zwischen Klein- und Mittelstädten belegt, dass die DB Fernverkehr diesen Markt seit der Abschaffung des Interregios Anfang der 2000er-Jahre sträflich vernachlässigt hat“, ergänzt Wolfram Liebscher vom Landesvorstand des VCD. In Bayern gibt es nur acht Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern, aber eine Vielzahl kleiner Oberzentren mit Einwohnerzahlen zwischen 40.000 und 100.000, die so zunehmend von der Bahn vernachlässigt wurden. Der VCD Landesverband Bayern hat ein umfassendes Fernverkehrskonzept für die Bahn in Bayern entwickelt, das er in Kürze vorstellen wird. Darin ist vorgesehen, ab der Inbetriebnahme der Neubaustrecke Ebensfeld – Erfurt einen Halbstundentakt auf der Achse München – Nürnberg – Erfurt – Berlin anzubieten.

„Nur damit kann man den Flugverkehr zwischen München und Berlin auf die umweltfreundliche Bahn verlagern“, betont Liebscher. „Unser Konzept steht gegen die minimalistische Planung der DB. Das Beispiel des Potenzials des ICE-Haltes Coburg zeigt auf, dass wir richtig liegen.“ Die Studie bleibt aber auf der phänomenalen Ebene hängen. Trotz aller Argumente werden keine politischen Lösungen für die Problematik im SPFV genannt. Forderungen nach bestelltem Fernverkehr bleiben aus, sodass man offensichtlich verzichtet, wenn die DB AG sich nicht überzeugen lässt, eigenwirtschaftlich zu fahren.

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