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DB AG stellt Pläne für Bayern vor

26.01.15 (Bayern) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Deutsche Bahn hat in der letzten Woche ihre aktuellen Planungen für die Zukunft im Freistaat Bayern vorgestellt. Über eine Milliarde Euro fließen in den Aus- und Neubau sowie die Instandhaltung der Schieneninfrastruktur. Neben Bahnhofsumbauten wie in Passau und Buchloe treibt die DB ihre Großprojekte voran – darunter die Spessart-Ausbaustrecke nach Frankfurt sowie den Aus- und Neubau der Hochgeschwindigkeitsverbindung von München über Nürnberg nach Erfurt und Berlin. Die Bauarbeiten in Oberfranken gehen in die Endphase, 2017 soll der Betrieb aufgenommen werden.

Bayernweit sollen im laufenden Jahr rund zweitausend Mitarbeiter eingestellt werden. „Wir suchen insbesondere Facharbeiter wie Elektrotechniker und Gleisbauer,“ sagte Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Bahn in Bayern. Allerdings bedeutet das nicht, dass es zweitausend neue Planstellen gibt. Wie hoch der Anteil neuer Stellen ist und wie viele Leute benötigt werden, um normale Fluktuationseffekte aufzufangen, ist nicht bekannt.

Auch bei der Ausbildung will die DB weiterhin zu den Top-Unternehmen in Bayern gehören. Wie schon im vergangenen Jahr stellt die Bahn über 500 Auszubildende und duale Studenten ein. Derzeit bildet die Bahn in Bayern circa 1800 junge Menschen in 20 verschiedenen Berufen aus. Mit 27.650 Mitarbeitern gehört die DB zu den größten Arbeitgebern und Ausbildern im boomenden Freistaat Bayern.

Bei der Modernisierung der bayerischen Bahnhöfe steht im Frühjahr 2015 die Fertigstellung des neuen Empfangsgebäudes in Buchloe an. Auf Hochtouren läuft der barrierefreie Ausbau der Bahnhöfe. Während in Passau die Umbauarbeiten mit dem Neubau mehrerer Bahnsteige und dem Rückbau der alten Bahnsteigunterführung erfolgen, wird es im Herbst in Würzburg losgehen.

Zur Barrierefreiheit an Bayerns Bahnhöfen investiert die Bahn gemeinsam mit dem Freistaat bis 2018 insgesamt fast 400 Millionen Euro. Die DB wird dann 420 Bahnhöfe mit Aufzügen und Rampen ausgestattet haben. 86 Prozent der täglich 1,2 Millionen Bahnreisenden können dann barrierefrei in die Züge gelangen.

Zur Information der Reisenden stattet die DB bis Ende des Jahres nahezu alle kleineren und mittleren Stationen mit sogenannten Dynamischen Schriftanzeigern (DSA) aus. Insgesamt werden dann 1080 Schriftanzeiger an 770 Stationen angebracht sein. Dafür investiert die Bahn in Bayern rund 6,5 Millionen Euro. Aus welchen Kassen das Geld stammt, wird nicht verraten, sehr wahrscheinlich handelt es sich um LuFV-Gelder des Bundes, die von der Bahn verwaltet werden und nicht um Eigenmittel – sowohl bei Investitionen in Barrierefreiheit als auch bei dynamischen Schriftanzeigern.

Die Länder können mit relativ geringen Eigenmitteln eine deutlich höhere Gesamt-investition auslösen, weil sie von den LuFV-Geldern des Bundes profitieren. Während das Interesse der Länder an einer Aufstockung der Regionalisierungsgelder aus dem Landeshaushalt bundesweit gering ist, werden hier andere Effekte erzielt, sodass der Anreiz deutlich größer ist.

Ganz neu wird ab Sommer eine Hybrid-Rangierlokomotive in Würzburg und Nürnberg für bis zu 50 Prozent weniger Kraftstoffverbrauch sorgen. Die dreiachsige Diesellok bezieht ihre Energie vorwiegend aus einer Batterie und schaltet bei Bedarf den Verbrennungsmotor zu. Einen spürbaren Beitrag zur CO₂- Reduzierung leistet auch die Photovoltaik – unter anderem auf Dächern von Bahnhofsgebäuden in Landshut, Mering, Straubing und Vilshofen.

In Landshut zum Beispiel werden auf dem Bahnhofsdach 75.000 Kilowattstunden erzeugt und rund 60 Tonnen CO₂ pro Jahr eingespart. Seit Januar 2014 liefert auf den Dächern des Regio-Werks in Nürnberg die größte Photovoltaikanlage der Stadt Strom. Die 4404 verbauten Module haben eine Fläche von rund 7200 Quadratmeter und eine Nennleistung von 1069,91 Kilowatt. Die DB will bis 2020 den CO₂-Ausstoß im Vergleich zu 2006 um 20 Prozent zu senken.

Ein weiteres Ziel: Bis 2020 will die DB den Schienenverkehrslärm im Vergleich zum Jahr 2000 durch die Umrüstung von Güterwagen auf Flüsterbremsen halbieren. Bis 2050 strebt die Bahn einen CO₂-freien Schienenverkehr mit hundert Prozent regenerativen Energien an. Insgesamt also deutliches Engagement, bei dem abzuwarten bleibt, wie erfolgreich man beim nächsten Ausschreibungsverlust die Arbeitsplatzkarte wird spielen können. In einem wirtschaftlich erfolgreichen Land wie Bayern dürfte sich die Angst vor Arbeitslosigkeit jedenfalls in Grenzen halten.

Siehe auch: Die Schiene im Freistaat Bayern

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