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U-Bahn erschüttert Kölner Dom

11.01.13 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Seit dem 9. Dezember ist die unterirdische Station Rathaus der Nord-Süd-Stadtbahn in Köln in Betrieb. Die Linie 5 fährt die Haltestelle im Zehn-Minuten-Takt an, dabei führt die Strecke zunächst durch einen bereits 1968 gebauten Bestandstunnel und dann weiter zu einem neuen Tunnel unter dem Kurt-Hackenberg-Platz. Wie das Kölner Metropolitankapital als Eigentümer des Doms den Kölner Verkehrsbetrieben als Pächter und Nutzer des sich im Eigentum der Stadt Köln befindenden Tunnels mitteilte, sind in der Sakristei des Doms, die nur wenige Meter vom Tunnel entfernt ist, bei der Durchfahrt der Züge Vibrationen wahrzunehmen und Fahrgeräusche zu hören.

Im Rahmen eines Ortstermins von Vertretern der Stadt Köln, der KVB und des Metropolitankapitels wurde diese Wahrnehmung von allen Beteiligten bestätigt. Vor allem bei Fahrten Richtung Rathaus sind für jeweils rund 20 Sekunden Geräusche zu hören und Vibrationen spürbar. Eine Verbindung zwischen dem Bestandstunnel und dem Fundament des Kölner Doms ist nicht auszuschließen. Zu diesem Zweck sollen wechselseitig die Baupläne des alten Tunnels sowie der im Jahr 2000 fertiggestellten Dom-Schatzkammer ausgetauscht und überprüft werden.

Als Sofortmaßnahme hat man sich darauf verständigt, die Höchstgeschwindigkeit unter dem Dom auf 20km/h zu reduzieren. Darüber hinaus richten die Stadt Köln, die KVB und die Dombaumeisterei eine Arbeitsgruppe ein, die das weitere Vorgehen festlegt. Ein externer Schnellgutachter wird anhand von Messungen die konkrete Ursachen feststellen, so dass kurzfristige Maßnahmen ergriffen werden können.

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