Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

RRX-Lebenszyklusmodell: VRR-Chef Husmann übt schwere Kritik am NVR

17.12.12 (NVR, Verkehrspolitik, VRR) Autor:Stefan Hennigfeld

VRR-Chef Martin Husmann übt schwere Kritik am Kölner Aufgabenträger Nahverkehr Rheinland (NVR). Dieser hat am 28. November völlig überraschend ein neues Fahrzeugfinanzierungskonzept, das sogenannte „Kapitaldienstmodell“ auf den Tisch gelegt. Dies impliziert, dass sich die Betriebsaufnahme der RRX-Vorlauflinien RE 1, RE 5, RE 6 und RE 11 um mindestens zwei Jahre verzögern würde – tendenziell eher länger. Beim VRR hält man das für inakzeptabel.

Martin Husmann: „Ich halte es für zweifelhaft, ob der NVR überhaupt mit der notwendigen Ernsthaftigkeit an die Sache herangegangen ist. Wir hatten in der ersten Jahreshälfte gemeinsam ausgemacht, dass beide Modelle – unser Eigentumsmodell und das ursprüngliche NVR-Modell – zur Marktreife weiterentwickelt werden. Wir haben das getan und sind fertig. In Köln hingegen hat man trotz vielfacher Nachfrage überhaupt nichts gemacht und ist in einem halben Jahr kein Stück weitergekommen. Der NVR hat sich für uns daher als unzuverlässiger Partner erwiesen. Im Lenkungskreis sollten alle Entscheidungen abgesegnet werden. Wir haben daher überhaupt nicht damit gerechnet, dass der NVR ohne Vorwarnung ein gänzlich neues Modell aus dem Hut zaubert, das hinter sämtliche Vereinbarungen zurückfällt, die schon feststanden. Das Kapitaldienstmodell ist schlecht vorbereitet und ökonomisch im Vergleich zu unserem Lebenszyklusmodell nicht wettbewerbsfähig.“

NVR-Geschäftsführer Wilhelm Schmidt-Freitag sagte letzte Woche im Eisenbahnjournal Zughalt.de, dass man einen langfristigen Vorlauf brauche, um eine ordnungsgemäße Zulassung der Fahrzeuge zu gewährleisten. Er verwies dabei auf Probleme etwa bei der ODEG oder DB Regio. Dazu Martin Husmann: „Solche Äußerungen schlagen dem Fass den Boden aus. Mein Kollege Schmidt-Freitag scheint an einer selbsterfüllenden Prophezeiung zu arbeiten, denn die Probleme sind die logische Folge der Verzögerungstaktik aus Köln. Hätte man das ursprünglich präferierte Modell zur Marktreife fortgeschrieben, könnten wir jetzt mit der Ausschreibung rausgehen und würden selbstverständlich ab Dezember 2016 – also in vier Jahren – sukzessive den Umstieg auf die neuen RRX-Triebzüge beginnen. Durch das Handeln des NVR drohen wir aber mindestens weitere zwei Jahre zu verlieren.“

Abonnenten lesen die ausführliche Fassung in der aktuellen Ausgabe unseres Newsletters.

Kommentare sind geschlossen.