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Deutsche Bahn führt Alkoholkonsumverbot im Nürnberger Hauptbahnhof ein

16.10.12 (Bayern) Autor:Niklas Luerßen

Ab dem 19. Oktober führt die DB Station&Service AG (DB S&S) zur Erhöhung des Sicherheitsgefühls der Reisenden und Besucher ein Alkoholkonsumverbot im Bereich des Nürnberger Hbf’s ein. Dieses gilt Samstags, Sonntags und in den Nächten vor Feiertagen von 20 bis 6 Uhr.

Der Bahnhof wird in diesen Zeiten oft von bis zu 500 jugendlichen Partygängern vor und nach Discobesuchen benutzt, die sich hier dann treffen, essen und feiern. Claudia Gremer, Leiterin des Bahnhofsmanagements von DB S&S: „Wir reagieren auf den vielfach von Reisenden und Bahnhofsbesuchern geäußerten Wunsch nach einem Alkoholkonsumverbot in den Nächten am Wochenende und möchten so das subjektive Sicherheitsempfinden in unserem Bahnhof verbessern.“

Reinhold Balk, stellvertretender Leiter der Bundespolizeiinspektion Nürnberg, ergänzt: „Mitgebrachter Alkohol wird konsumiert und ist mit verantwortlich für die hohe Anzahl an Delikten in diesen Nächten.“

Wegen dieses Problems wurden bereits in den letzten Jahren in enger Abstimmung zwischen DB, Bundes- und Landespolizei Konzepte entwickelt. Seit Anfang März diesen Jahres gehört dazu beispielsweise die Beschallung mit klassischer Musik. Dieses Projekt wird aktuell wissenschaftlich begleitet.

Raimund Paul, Leiter Konzernsicherheit der DB AG Region Süd/Südwest: „Für die Deutsche Bahn gehören ein hoher Sicherheitsstandard und eine hohe Kundenzufriedenheit in den Zügen und Bahnhöfen zu den Grundlagen unserer Leistungen. Unser Sicherheitskonzept setzt dabei auf eine Kombination von qualifizierten Sicherheitskräften, technischen Lösungen und engen und kontinuierlich ausgebauten Sicherheitspartnerschaften.“

Das Alkoholkonsumverbot umfasst den gesamten Hauptbahnhof Nürnberg einschließlich der Bahnsteigtunnel und der Bahnsteige. Die Umsetzung erfolgt „mit Augenmaß“, beginnend mit Durchsagen im Bahnhofsbereich ab 20 Uhr sowie Hinweise auf die Hausordnung durch Mitarbeiter der DB Sicherheit. Sollten diese Aktionen nicht erfolgreich sein, kann durch die DB AG ein Hausverweis erteilt und gegebenenfalls die Strafverfolgung eingeleitet werden.

3 Responses

  1. „zur Erhöhung des Sicherheitsgefühls“
    Ich gehe mal davon aus, dass die Züge nicht auch „nach Gefühl“ gefahren werden… ansonsten hätte ich nämlich Angst.

    „Hinweise auf die Hausordnung“
    -> Als Staatsunternehmen vollkommen irrelevant, da Bewegungsfreiheit nicht so einfach durch den Staat eingeschränkt werden darf.

    „Strafverfolgung eingeleitet werden“
    -> Ja klar, wegen Alkoholkonsum… den Paragrafen würde ich aber gerne mal sehen…

    Alles in allem, großer Aktionismus seitens der Bahn.

  2. 1. Sicherheitsgefuehl ist genauso wichtig wie tatsaechliche Sicherheit

    2. Privatwirtschaftliches Unternehmen in Staatsbesitz und Staatsunternehmen sind zwei Paar Stiefel

    3. Verstoss gegen Hausordnung -> Hausfriedensbruch. So einfach

    4. Nix Aktionismus, gute Aktion, funktioniert an vielen Stellen

  3. @QQ
    Natürlich ist die DB ein Staatsunternehmen, vollkommen egal wie es genannt wird, der Staat tritt auch in privatrechtlicher Unternehmensform als Staat auf und darf nicht einfach Bürger von der Nutzung ausschließen, analog zum Demonstrationsrecht an Flughäfen und Bahnhöfen.

    Sonst würde der Staat ja einfach seine komplette Straßen etc. in ein privates Unternehmen auslagern können und dort einfach sein Hausrecht durchsetzen…

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