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Variobahn: Vorläufige Zulassung verlängert

31.08.12 (München) Autor:Jürgen Eikelberg

Wie die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) heute mitteilt, hat die Technische Aufsichtsbehörde (TAB) die vorläufige Zulassung für die Variobahnen des Pankower Hersteller Stadler unter bestimmten Auflagen bis zm 31. Mai 2013 verlängert. Derweil werden die Räder der Variobahnen vom Hersteller ausgetauscht.

Ein Ende Juni vom Hersteller vorgelegtes Gutachten beinhaltete zwar bereits die Vermutung, dass die Gummikörper selbst bzw. deren Herstellungsprozess Ursache des Problems sein könnten, aber noch keine definitive Aussagen. Zwischenzeitlich (Mitte August) hat die Fa. Stadler der MVG ein aktualisiertes Gutachten vorgelegt, das Fehler in der Zusammensetzung der Gummielemente und bei deren Herstellung als voraussichtliche Ursache der Schäden bestätigt. Stadler hat nunmehr neue, veränderte Gummielemente herstellen lassen; auch wurde nach Stadler-Angaben die Überwachung der Herstellungs- und Verarbeitungsprozesse beim Gummi- bzw. beim Radlieferanten verändert.

Es gibt nun für die MVG die berechtigte Hoffnung, das eine dauerhafte Beseitigung des Serienschadens in die Wege geleitet wurde und einer endgültigen Zulassung nichts mehr im Wege steht. Der Gutachter hatte empfohlen, die neuen Gummielemente zunächst einer Bewährungsprobe mit einer entsprechenden Laufleistung und unter unterschiedlichen jahreszeitlichen Temperaturbedingungen, vor allem einer Winterperiode, zu unterziehen. Dies deckt sich auch mit der Einschätzung der MVG, denn die Schäden tauchten in der Vergangenheit teilweise auch erst nach einer Laufleistung von ca. 35.0000 Kilometern auf. Diese erreicht ein Tramzug in München nach ca. 5 bis 7 Monaten Einsatz, so die MVG. Das Vorgehen der TAB ermögliche diese Bewährungsphase und wird daher von der MVG begrüßt.

Herbert König, Vorsitzender der MVG-Geschäftsführung: „Es gibt nunmehr endlich Licht am Ende des Tunnels: Wenn sich die Ursachenanalyse des Herstellers bestätigt und die neuen Gummielemente in den Rädern bewähren, dann stellt auch die TAB die endgültige Zulassung in Aussicht. Das ist die gute Nachricht. Allerdings sind wir durch den Tunnel noch nicht vollständig durch: Würden auch an den neuen Gummielementen Schäden auftreten, müsste die Variobahn-Flotte sehr kurzfristig wieder aus dem Betrieb genommen werden. Endgültige Sicherheit gibt es da für uns erst im Frühjahr, wenn die umgerüsteten Räder entsprechende Laufleistungen aufweisen. Das bedeutet, und das ist die schlechte Nachricht: Planungssicherheit, was die dauerhafte Verfügbarkeit der Variobahnen betrifft, haben wir derzeit und auch in den nächsten Monaten noch nicht. Es muss daher bei folgender Vorgehensweise unsererseits bleiben: Wir arbeiten mit Hochdruck an der Aufarbeitung von Altfahrzeugen sowie an verkürzten Standzeiten bei Fahrzeugschäden durch Ausweitung der Werkstattkapazitäten, damit wir möglichst viele andere Trambahnzüge verfügbar haben. Der Fahrplan 2013 (ab 9. Dezember 2012), der wegen des erforderlichen Vorlaufs in wesentlichen Teilen jetzt definitiv festgelegt werden muss, wird von uns auf dieser Basis geplant, d.h. im Grundangebot zunächst noch ohne Variobahnen. Für den hoffentlich eintretenden Fall, dass im Frühjahr 2013 Sicherheit zur dauerhaften Einsetzbarkeit der Variobahnen besteht, werden wir einen Ergänzungsfahrplan mit dann erhöhtem Fahrzeugeinsatz vorsehen, der im Laufe des Jahres 2013 in Kraft treten kann. Wie dieses Konzept im Einzelnen aussehen wird, ist derzeit noch in Bearbeitung und wird in Kürze bekanntgegeben.“

Bild: Daniel Schumann. Lizenz: CC-by-SA 3.0

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