Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

Funkwerk AG: Restrukturierung im ersten Halbjahr 2012 forciert

15.08.12 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Restrukturierung der Funkwerk AG, mit der die Unternehmensgruppe ganzheitlich neu aufgestellt wird, stand im ersten Halbjahr 2012 im Mittelpunkt der Geschäftsaktivitäten. Seit April wird das Programm geleitet von Herrn Dr. Christian E. Baur, der als Chief Restructuring Officer (CRO) das bestehende Vorstandsteam interimistisch unterstützt. Dadurch können die tiefgreifenden Maßnahmen konsequent vorangetrieben werden können. Mit der Neuausrichtung sollen im Wesentlichen die konzernweite Effizienz gesteigert, das Ergebnis verbessert und Unternehmensstrukturen sowie Abläufe optimiert werden. Dazu trägt auch die im zweiten Quartal 2012 beschlossene Verschmelzung der Tochtergesellschaft Hörmann-Funkwerk Kölleda GmbH auf die Funkwerk AG bei, eine der wichtigsten Tochtergesellschaften des größten Unternehmensbereichs Traffic & Control Communication (TCC). Sie erfolgt rückwirkend zum 1. Januar 2012.

Mit der Vereinfachung der Konzernstrukturen und Prozesse kann die Funkwerk-Gruppe Kosten- und Organisationssynergien ausschöpfen, eines der Hauptziele des Restrukturierungsprogramms. In diesem Zusammenhang wurde auch mit der Einführung eines einheitlichen ERP-Systems begonnen. Zudem stehen die Weiterentwicklung des Produktportfolios, die Internationalisierung des Vertriebs und die Optimierung der Fertigungseffizienz auf der Agenda. Bei der angestrebten Fokussierung auf margenstarke Geschäftsfelder schloss Funkwerk nach den bereits 2011 erreichten Fortschritten ebenfalls weitere Maßnahmen ab: So wurde im ersten Quartal die zum Geschäftsbereich Automotive Communication (AC) gehörende Funkwerk Avionics GmbH verkauft und im Juli die TCC-Produktlinie Sportanzeiger abgegeben.

In der Konzern-Ergebnisrechnung zum 30. Juni 2012 wurden die Umsatz- und Kostenanteile der verkauften bzw. zur Veräußerung gestellten Bereiche gesondert ausgewiesen und die Vorjahreszahlen entsprechend angepasst, während das 2011 aufgegebene Nachrüstgeschäft im Bereich AC in den Vergleichswerten enthalten ist. Vor allem dadurch ging der Konzernumsatz der fortgeführten Geschäftsbereiche im ersten Halbjahr 2012 leicht um 1,9 % auf 74,1 Mio. Euro (Vorjahr 75,5) zurück. Eine positive Tendenz zeigt sich allerdings im Quartalsvergleich: Während die Erlöse in den ersten drei Monaten noch rund 6 % unter dem Vorjahresniveau blieben, erhöhte sich der Konzernumsatz von April bis Juni um 2,3 % auf 40,7 Mio. Euro (Vorjahr: 39,8).

Das Betriebsergebnis vor Wertminderungs- und Restrukturierungsaufwendungen im Funkwerk-Konzern lag in den ersten sechs Monaten bei -4,5 Mio. Euro und damit trotz des geringeren Umsatzes nur leicht unter dem Vorjahresergebnis von -4,4 Mio. Euro. Hier zeigten sich erste Erfolge der Restrukturierungsmaßnahmen: Sowohl Material- als auch Personalaufwand konnten spürbar um 11 % bzw. 4 % reduziert werden. Das EBIT nach Berücksichtigung der Restrukturierungskosten belief sich auf -5,5 Mio. Euro (Vorjahr: -4,7), das Nettoergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche betrug -7,5 Mio. Euro im Vergleich zu -6,2 Mio. Euro in den ersten sechs Monaten 2011.

Die Vermögens- und Finanzlage des Funkwerk-Konzerns stabilisierte sich im Berichtszeitraum vor allem durch die Unternehmensverkäufe und die damit verbundenen Kaufpreiszahlungen. Die Eigenkapitalquote stieg bezogen auf die deutlich kleinere Bilanzsumme von 113,7 Mio. Euro (31.12.2011: 157,9) auf 37,7 % gegenüber 30,8 % am Jahresende 2011. Der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit belief sich im ersten Halbjahr 2012 auf -9,3 Mio. Euro (Vorjahr: -11,3), der Free Cash Flow verbesserte sich von -17,6 Mio. Euro auf -4,0 Mio. Euro.

Die Restrukturierung der Funkwerk-Gruppe wird auch den weiteren Jahresverlauf des Unternehmens bestimmen. Schwerpunkte sind die konsequente Umsetzung der definierten Maßnahmen und die strikte Verfolgung des Fitnessprogramms, das insbesondere die Ergebnisverbesserung, die Bestandsreduzierung um bis zu 20 % und den Aufbau nachhaltiger Strukturen und Prozesse beinhaltet. Vor diesem Hintergrund hält Funkwerk, obwohl die weiterhin zurückhaltende Investitionstätigkeit öffentlicher Auftraggeber den operativen Geschäftsverlauf bremst, an der Prognose für das Gesamtjahr 2012 grundsätzlich fest. Demnach wird, unter Vorbehalt gleichbleibender bzw. stabiler konjunktureller Rahmenbedingungen, ein Konzernumsatz auf Vorjahresniveau und ein ausgeglichenes, allenfalls leicht negatives operatives Ergebnis erwartet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.