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EVG fordert Bekenntnis zu Schienenverkehr in Deutschland

03.08.12 (Allgemein, Verkehrspolitik) Autor:Niklas Luerßen

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert den Veolia-Konzern auf, ein klares Bekenntnis zur Zukunft seiner Unternehmen in Deutschland abzugeben. Die Pariser Konzernführung hatte unlängst ein Tochterunternehmen daran gehindert, sich an einer Ausschreibung zu beteiligen. Hintergrund sind offenbar die Verhandlungen zum Verkauf der Transportsparte. Beschäftigte mehrerer Veolia-Unternehmen wollen im August vor der Pariser Konzernzentrale demonstrieren.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) protestiert gegen den drohenden Rückzug der Veolia-Unternehmen aus dem Schienenverkehrsgeschäft in Deutschland. „Wir fordern ein klares Bekenntnis von Veolia zum Engagement im Schienenverkehr in Deutschland“, sagte EVG-Vorstand Reiner Bieck. Das Veolia-Tochterunternehmen Ostseeland Verkehr GmbH darf sich auf Geheiß der Pariser Konzernführung nicht an einer Ausschreibung beteiligen.  „Damit wird ein florierendes und bei den Kunden beliebtes Unternehmen faktisch vom Markt genommen“, kritisierte Bieck. „Wir sind nicht bereit, zu akzeptieren, dass die Arbeitsverhältnisse der Beschäftigten zugunsten von Konzerninteressen geopfert werden.“

Hintergrund sind offenbar die laufenden Verhandlungen zum Verkauf der Veolia-Transportsparte. „Ein möglicher Gewinn der Ausschreibung hätte neue Investitionen bedeutet. Und die wären zunächst als Ausgaben in der Bilanz aufgetaucht“, so der Gewerkschafter. Offenbar wolle der Veolia-Konzern einem potenziellen Investor „möglichst schöne Bilanzen“ vorlegen. Mittel- bis langfristig werde damit aber auf Gewinne verzichtet.

Bei der Ostseeland Verkehr GmbH und ihren angeschlossenen Gesellschaften sind rund 180 Beschäftigte von dieser Entscheidung betroffen. „Für diese Kolleginnen und Kollegen ist das wie ein Schlag ins Gesicht“, so Bieck weiter. „Sie haben jahrelang gute Arbeit geleistet und empfinden diese jetzt als entwertet.“ Auch bei Beschäftigten anderer Unternehmen der Veolia-Gruppe herrsche große Unruhe. „In ganz Deutschland stehen zahlreiche Ausschreibungen an. Daran hängen Hunderte Arbeitsplätze. Die Kolleginnen und Kollegen wollen Klarheit über ihre Zukunft.“

Beschäftigte mehrerer Veolia-Unternehmen wollen am 23. August vor der Pariser Konzernzentrale für ihre Forderungen demonstrieren.

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