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Beschäftigte von Veolia aus Deutschland protestieren in Paris

23.08.12 (Europa, Verkehrspolitik) Autor:Niklas Luerßen

Beschäftigte des Bahnbetreibers Veolia aus Deutschland protestieren heute in Paris. Anlass ist die ungeklärte Zukunft des Unternehmens. Außerdem geht es um die Tochter Ostseeland Verkehr (OLA) in Mecklenburg-Vorpommern. Diese bewirbt sich nicht mehr um Schienenverkehre – auf Anordnung aus Paris. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) wirft den Verantwortlichen „Verrat an der eigenen Geschäftspolitik“ vor. Noch kürzlich hatte Veolia erklärt, man plane keine Änderungen und wolle das Geschäftsmodell fortsetzen.

Beschäftigte des Bahnbetreibers Veolia Verkehr aus Deutschland werden heute in Paris protestieren. Rund 150 Mitarbeiter wollen vor die Konzernzentrale an der Seine ziehen. Hintergrund der Aktion ist die ungeklärte Zukunft der Verkehrssparte des französischen Mischkonzerns in Deutschland. Veolia hatte im Dezember 2011 mitgeteilt, dass man sich von der Verkehrssparte trennen und auf die Bereiche Wasser, Energie und Entsorgung konzentrierten wolle.

Besonders prekär ist die Situation seither bei der OLA, die zu einem großen Teil zu Veolia gehört. Diese will sich, auf Anordnung aus Paris, künftig nicht mehr um Schienenverkehre bewerben. Das betrifft selbst Strecken, die die OLA bislang bedient. Bei dem Unternehmen im Nordosten sind 180 Menschen beschäftigt.

„Unsere Kolleginnen und Kollegen bei der OLA und anderen Veolia-Unternehmen haben Angst um ihre Arbeitsplätze und Angst um ihre Zukunft“, erklärte das zuständige Vorstandsmitglied der EVG, Reiner Bieck. Den Verantwortlichen warf er „Verrat an der eigenen Geschäftspolitik“ vor. Noch im Dezember vergangenen Jahres habe Veolia Zweifel an der zukünftigen Ausrichtung zerstreut. Es hatte geheißen, dass es trotz der geplanten Änderungen in der Eigentümerstruktur „keinerlei Auswirkungen auf das deutsche Geschäftsmodell geben“ werde. Und die Maßnahmen würden auch „keinerlei Auswirkungen auf die Geschäftsaktivitäten in Deutschland“ haben. Man verfolge „selbstverständlich weiterhin unser erfolgreiches Geschäftsmodell“.

„Diese Aussagen sind ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten, wenn man sich die aktuelle Entwicklung bei der OLA ansieht“, kritisierte Bieck. Den Beschäftigten müsse endlich „verbindlich gesagt werden, wie es weitergeht“. In Paris werden die Demonstranten ihrem Unmut Luft machen. Der Geschäftsleitung wird u. a. eine Petition übergeben. Sie wird aufgefordert, klare Positionen zur Zukunft des Unternehmens zu beziehen.

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