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Bayerns Verkehrsminister Zeil spricht sich für Erhalt der Direktverbindung nach Kroatien aus

10.08.12 (Bayern, Europa, Verkehrspolitik) Autor:Niklas Luerßen

Kurz vor dem kroatischen EU-Beitritt im Juli 2013 droht eine Verschlechterung des Zugangebotes zwischen Bayern und Kroatien. Die kroatische Staatsbahn HŽ beabsichtigt nach Informationen des Bayerischen Verkehrsministeriums, zum Jahresende zahlreiche internationale Verbindungen einzustellen. Auf der Streichliste steht auch der tägliche Nachtzug von München nach Zagreb und Rijeka. Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil will die Angebotsverschlechterung nicht hinnehmen. „Der traditionsreiche Nachtzug von München nach Kroatien muss unbedingt erhalten bleiben. Wir wollen unsere wirtschaftlichen und politischen Kontakte weiter ausbauen. Dafür brauchen wir leistungsfähige Verkehrsverbindungen“, betont Zeil.

Der Minister hat daher jetzt seinem kroatischen Kollegen, Verkehrs- und Infrastrukturminister Siniša Hajdoš-Don?i?, geschrieben und ihn aufgefordert, die Verbindung beizubehalten. „Es wäre ein fatales Signal, wenn ausgerechnet vor dem kroatischen EU-Beitritt und im 40. Jahr der bayerisch-kroatischen Regierungskommission ein Zug gestrichen wird, der seit Jahrzehnten durchgehend angeboten wurde und zur beiderseitigen Völkerverständigung beigetragen hat“, kommentiert der Minister. Er hofft, dass sich die kroatische Seite hier noch einmal bewege. Zum einem sei München mit rund 24.000 kroatischen Mitbürgern deren Zentrum innerhalb Deutschlands. Zum anderen sei der Zug schließlich auch eine Werbung für das Reiseland Kroatien. „Viele Urlauber und Kroaten aus Bayern nutzen mit dieser Verbindung die Chance, im Nachtsprung die Adriaküste oder die kroatische Hauptstadt zu erreichen“, erklärt Zeil an die Adresse seines seit April amtierenden Kollegen aus Zagreb.

Der Nachtzug von München nach Kroatien startet jeden Abend um 23:40 Uhr in der bayerischen Landeshauptstadt. Er führt moderne Sitz-, Schlaf- und Liegewagen und besteht aus zwei Zugteilen. Die Strecke geht über Villach in Kärnten nach Ljubljana in Slowenien, wo der Zug geteilt wird. Die kroatische Hauptstadt Zagreb wird am nächsten Morgen um 8:36 Uhr erreicht, Adria-Reisende treffen um 8:43 Uhr im Seebad Opatija und um 8:54 Uhr in der Hafenstadt Rijeka ein. Für den Rückweg besteht eine vergleichbare Verbindung. Hintergrund der geplanten Streichung sind offenbar Einsparvorgaben der kroatischen Regierung für die HŽ, die zwar privatisiert wurde, jedoch weiterhin im Staatsbesitz ist.

Ein Kommentar


  1. Wolfgang Burk
    11.08.12 um 00:50

    Natürlich ist der EN „Lisinski“ erhaltenswert. Allerdings wird er nicht sehr frequentiert. Wir haben ihn mehrmals benutzt, meist besteht er nur aus 3 Wagen.
    Man kann ihn leider – anders als den Flügelzug nach Budapest – nicht online buchen. Warum eigentlich? Selbst am Schalter vor Ort gab es Probleme, diesen Zug zu buchen. Es gelang mir schließlich in einem Reisebüro. Kein Wunder also, dass Reisende die leicht mit Europa-Spezial buchbaren Tagesverbindungen vorziehen.

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