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25 Jahre VRS

30.08.12 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Am 1. September 1987 war es soweit: Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) wurde gegründet und erstmals war es möglich, für Busse und Bahnen im Verbundgebiet einheitliche Fahrausweise einzuführen. Damals waren es zwölf Verkehrsunternehmen, inklusive der Deutschen Bundesbahn, heute sind es 29 – ein Beleg für den Erfolg des Verbundgedanken. 1988 gab es im Verbundraum 277,8 Millionen Fahrgastfahrten, 2011 waren es 507 Millionen. Ein Anstieg von 82 Prozent. Auch der Modal Split verbesserte sich innerhalb der Stadtgrenzen von Köln und Bonn.

Teil des Erfolges waren natürlich auch erhebliche Leistungsausweitungen, etwa die Betriebsaufnahme der S-Bahn-Stammstrecke im Mai 1990, die neue Linie S 13 im Jahr 2002 und die Anbindung des Köln-Bonner Flughafens an die Eisenbahn im Jahr 2004. Seit dem Start der Regionalisierung des Nahverkehrs konnte das Angebot um fast fünfzig Prozent ausgeweitet werden. Heute hat jeder fünfte Einwohner der Region ein VRS-Zeitticket, die Smartphone-App des VRS wurde fast 119.000 mal heruntergeloaden.

Norbert Reinkober, Geschäftsführer des VRS: „Wir können nicht ohne Stolz behaupten: Der VRS ist eine der wenigen regionalen Kooperation im Rheinland, die auch auf Dauer funktioniert. Doch trotz aller Erfolge – es bleibt keine Zeit, sich auszuruhen, denn es stehen neue Herausforderungen wie beispielsweise der demografische oder die schwindenden Schülerzahlen an. Daher muss sich ein moderner Verbund auf mehr und mehr als Mobilitätsdienstleister sehen.“

Zufrieden ist auch Jürgen Fenske, Chef der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) und Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV): „Gestern wie heute legt der VRS sein besonderes Augenmerk auf die sich ständig verändernden Mobilitätsansprüche der Bevölkerung und bildet eine funktionierende Klammer zwischen Kommunen, Politik und Verkehrsunternehmen. Für einen erfolgreichen ÖPNV im Rheinland gibt es daher keine andere Alternative als der Verkehrsverbund Rhein-Sieg. Ich gratuliere dem VRS herzlich zum Jubiläum und wünsche auch für die kommenden 25 Jahre weiterhin ein positives Wirken für die Region.“

Große Probleme gibt es an dieser Stelle mit der künftigen Finanzierung. Die Schuldenbremse im Grundgesetz und immer neue Debatten um Steuersenkungen schränken die finanzielle Handlungsfähigkeit der öffentlichen Hand ein – bei steigenden Mobilitätskosten. Neben wichtigen Ersatzinvestitionen ist auch der Eisenbahnknoten Köln hochgradig überlastet. Größere Leistungsausweitungen sind mittlerweile aber auch aufgrund der explodierenden Trassenkosten unwahrscheinlich – unabhängig von der Infrastruktur.

Verbessert werden soll allerdings die tarifliche Integration mit dem Verkehr von und nach Aachen. AVV und VRS haben die Aufgabenträgerschaft zum 1. Januar 2008 an den neugegründeten Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) abgegeben. Wegen der hohen Affinität des AVV zur Euregio ist ein Einheitstarif aber auch auf Dauer nicht vorgesehen.

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