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Zankerei zwischen HKX und DB Netz AG

23.07.12 (Fernverkehr, NWL) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Deutsche Bahn weist Vorwürfe der HKX-Chefin Eva Kreienkamp zurück, der Infrastrukturbetreiber DB Netz AG hätte die Tassen nicht zum gewünschten Zeitpunkt zur Verfügung gestellt. Der Hamburg-Köln-Express (HKX) wollte ursprünglich bereits im August 2010 mit renovierten Altwagen der Österreichischen Bundesbahn an den Start gehen. Da diese Fahrzeuge bis heute noch keine Zulassung durch das Eisenbahnbundesamt haben, konnte dieser Termin nicht gehalten werden.

„Die entsprechenden Trassen wurden vielmehr von der DB Netz AG fristgemäß und ohne Beanstandung durch die Bundesnetzagentur zur Verfügung gestellt.“, heißt es in einer Erklärung der Deutschen Bahn.

Tatsache ist, das die Verbindungen des HKX bereits 2010 in der Online-Auskunft der Bahn enthalten waren und somit die Fahrplantrassen genehmigt waren. Sie wurden jedoch herausgenommen, als klar wurde, das die ursprünglich geplanten Züge mangels Zulassung nicht fahren würden. Unklar ist an der Meldung, ob die Trassen seinerzeit abbestellt wurden und ob es Probleme bei einer neuerlichen Trassenanmeldung gab.

Dies wäre nicht von der Hand zu weisen, da es Fahrplankonflikte mit dem Regionalexpress RE2 (Düsseldorf – Duisburg – Münster) gibt. So entfallen z. B. einzelne Halte des RE2 in Münster-Albachten, da für den HKX eine Überholung des Nahverkehrs erst wieder in Münster Hbf möglich ist. Dies bedurfte auch einer Rücksprache bei den Bestellern des Regionalverkehrs, in diesem Fall des Nahverkehrs Westfalen-Lippe (NWL).

Der HKX geht heute (23. Juli) mit gemieteten Wagen der „Rheingold-Ära“ an den Start. Die Wagen entsprechen dem Niveau der ersten Klasse aus den 1970er Jahren. Anders als bei der Deutschen Bahn ist eine Sitzplatzreservierung im Fahrpreis enthalten, zumindest wenn man die Fahrkarte über die Homepage oder über die Hotline bucht. Spontanfahrer können auch im Zug bezahlen und erhalten, wenn verfügbar, ebenfalls einen Sitzplatz vom Zugpersonal zugewiesen. HKX will mit mehr Service und günstigeren Preisen punkten. Maximal 5 cent/Km soll eine Fahrt kosten und die Fahrt soll nicht länger dauern, als mit dem Monopolisten Deutsche Bahn. Der HKX ist nach dem InterConnex (Warnemünde – Leipzig) der zweite private Fernzug auf deutschen Gleisen.

Abfahrt ist um 6:35 Uhr in Hamburg-Altona, die Rückfahrt findet ab Köln Hautbahnhof um 12:01 Uhr statt. Der Zug hält in Hamburg-Dammtor, Hamburg Hbf, Hamburg-Harburg, Osnabrück, Münster, Gelsenkirchen, Essen, Duisburg, Düsseldorf und am Zielort Köln Hbf. um 10:57 Uhr. In Gegenrichtung werden die gleichen Bahnhöfe angefahren und Hamburg-Altona wird um 16:23 Uhr erreicht.

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