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S 6 fährt in den Sommerferien nicht zwischen Düsseldorf und Essen

06.07.12 (VRR) Autor:Jürgen Eikelberg

Nicht nur die wichtigste Autobahn des Ruhrgebietes, die A 40, wird in den Sommerferien wegen Bauarbeiten im Bereich des Tunnels in Essen gesperrt, sondern auch die Strecke der S 6 zwischen Düsseldorf-Derendorf und Essen Hauptbahnhof. Das hängt mit Brückenarbeiten an der Autobahn zusammen, die über die Bahnlinie führt. Die Deutsche Bahn nutzt diese Zeit, um gleich sechs Stationen zu erneuern.  Aber das hatten wir schon im Januar berichtet.

Die Stationen Düsseldorf-Rath Mitte, Düsseldorf-Rath, Ratingen Ost, Kettwig, Essen-Werden und Essen-Stadtwald werden barrierefrei ausbebaut. Dabei werden die Bahnsteige saniert und zum Teil neu gebaut. Sie erhalten ein modernes Wegeleitsystem und Aufzüge oder Rampen.

Vom 7. Juli bis 19. August 2012 fährt die S 6 ab Düsseldorf-Derendorf nicht nach Essen, sondern über Düsseldorf-Unterrath weiter bis zum S-Bahnhof Düsseldorf- Flughafen Terminal. Auf dem Abschnitt Düsseldorf-Rath-Mitte und Essen Hauptbahnhof werden Busse eingesetzt. Der Umstieg von der S 6 in die Busse des SEV erfolgt in Düsseldorf-Unterrath.

An den betroffenen Stationen und in den Zügen werden die Fahrgäste schon seit Wochen auf diese Baumaßnahme hingewiesen. Die Fahrplandaten sind ebenfalls in der elektronischen Fahrplanauskunft der DB und im DB-Navigator für Smartphones enthalten, an den Stationen hängen Aushangfahrpläne. Auch unter der kostenlosen Rufnummer 0800 5 99 66 55 (BahnBau-Telefon) erhält man die gewünschte Information. Den Kundendialog DB Regio NRW erreicht man unter der Rufnummer 0180 3 464 006 (9 ct/Min aus dem Festnetz/max. 42 ct/Min aus den Mobilfunknetzen)

Durch den Schienenersatzverkehr entstehen Fahrzeitverlängerungen. Es bleibt abzuwarten, ob die Busse des SEV auch auf eine verspätete S-Bahn aus Köln-Nippes warten, oder ob sie ihren Fahrplan einhalten. Das würde die Fahrzeitverlängerung noch erhöhen. Fahrgäste, die eine alternative Fahrmöglichkeit haben (eigenes Auto, Fahrgemeinschaft), sollten prüfen, ob sie damit nicht besser fahren, als mit dem SEV.

9 Responses


  1. ÖPNV-Nutzer
    06.07.12 um 14:50

    Kann mir der Autor mal verraten wieso hier immer versteckt dazu geraten wird aufs Auto umzusteigen?! Vielleicht sollte die Seite in „Autohalt“ umbenannt werden…


  2. Lokführer
    07.07.12 um 09:01

    Genau, wir geben erstmal die Empfehlung das eigene Auto zu nutzen damit die jetzt schon angespannte Lage auf den Straßen (A40 Unbau, Dauerbaustelle Werden, etc.) noch beschissener wird. Weiter so liebe „Fachleute“.


  3. Bahnfahrer
    07.07.12 um 11:14

    Ich würde die Empfehlung, in Anbetracht der Situation auf andere Verkehrsmittel umzusteigen,nicht überbewerten. Was sollen denn die Pendler realistischerweise denn auch anderes tun, wenn sie die Möglichkeit haben. Der Busersatzverkehr wird erfahrungsgemäß nicht pünktlich laufen können, so sollte man versuchen, mit dem Auto andere Bahnstrecken zu erreichen, wenn dies denn möglich ist.

    Das Grundproblem ist doch, dass der niederbergische Kreis mit den Städten Velbert, Wülfrath, Hösel, Heiligenhaus nur diese eine Bahnverbindung in Form der S6 hat. Ich habe am Donnerstag Abend, den 5.7.2012 vom Hildener Kreuz versucht, nach Essen Werden zu kommen. Ich mußte über Mettmann, Homberg, Heiligenhaus usw. fahren, um überhaupt weiter zu kommen. Sämtliche Autobahnen waren dicht, Unfälle, hohes Verkehrsaufkommen, heftiger Regen und aggressive Autofahre, die vereinzelt sogar kriminell fuhren.

    Es fehlt für NRW ein Konzept für mehr Bahnstrecken, die diese überschäumende Mobilität auffangen können. Die Niederbergbahn (sogenannte Cicle Linie), wenn sie denn in absehbarer Zeit politisch beschlossen und auch finanziert würde, könnte helfen.
    Straßenbauten werden in kürzester Zeit politisch entschieden, finanziert und umgesetzt, wodurch noch mehr Verkehr erzeugt wird.
    Die meisten Pendler haben ja in Anbetracht eines doch sehr dünnen Bahnnetzes in NRW gar keine Alternative.
    Hier müßte unsere Politik (wer denn???) massiv in den öffentlichen Verkehr investieren, um Alternativen anzubieten. Und das ist momentan und auf Jahre nicht absehbar, weder in NRW noch im Bund.
    Allein die massiven Verzögerungen und Diskussion um die Verlängerung der Regio-Bahn nach Wuppertal und nach Viersen/Venlo zeigt, dass es für die Mobilität (in überwiegenden Fällen mit dem Auto) kaum mehr Kapazitäten auf der Schiene in absehbarer Zeit gibt.
    Für die genannten Städte im Niederbergkreis zwischen Essen – Düsseldorf – Wuppertal müßte es zügige Planungen für einen Wiederaufbau und vor allem Ausbau der Niederbergbahn geben, anstatt dessen gibt es den Weiterbau der A44 und Fahrradwege auf aufgelassenen Bahnstrecken.
    Die vergangene und heutige Politik setzt nicht auf den Ausbau des öffentlichen Nahverkehr sondern nach wie vor auf die Straße. Leider ist auch von den Grünen in NRW nicht viel zu erwarten. Diese müßten sich eigentlich von Ihrem Verständnis her für mehr Schienenausbau einsetzen.
    In den 70 Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat man immerhin das S-Bahn-Netz an Rhein-Ruhr aufgebaut. Und heute? Es gibt kaum noch Planungen für eine Erweiterung des S-Bahn Netzes. Und wenn, dann sind es vorhandene Strecken. Warum gibt es keinen politischen Willen, auch mal komplett neue Strecken zu planen, die die MObilität auffangen und ermöglichen?

  4. ***Zitat von Bahnfahrer:“Das Grundproblem ist doch, dass der niederbergische Kreis mit den Städten Velbert, Wülfrath, Hösel, Heiligenhaus nur diese eine Bahnverbindung in Form der S6 hat.“***

    Und was ist mit der S9 in Wülfrath-Aprath, Neviges, Langenberg und Nierenhof???

    Oder mit der S28 in Mettmann???

    Wenn man keine Ahnung hat…


  5. Bahnfahrer
    08.07.12 um 10:16

    Nun ja, wenn man betrachtet, dass viele Pendler aus dem niederbergischen Kreis Richtung Düsseldorf und weiter fahren, dann ist die S6 die einzige Verbindung. Die S9 fährt bekanntermaßen zwischen Essen und Wuppertal, darüber dann in die genannte Richtung Düsseldorf zu kommen, ist mit erheblichem Zeitaufwand verbunden.
    Auch die S28 muss man ja erst mal in Mettmann erreichen.Und die Züge der S28 sind in der Hauptverkehrszeit schon überfüllt, eine Erweiterung der Kapazitäten durch mehr Triebwagen zeichnet sich nicht ab.
    Das Konzept der Niederbergbahn sah ja mal vor, genau diesen Bereich durch Reaktivierung an Düsseldorf anzubinden. Und eine Realisierung ist überhaupt nicht mehr realistisch abzusehen.


  6. Lucas Mickwausch
    12.07.12 um 04:27

    Ich finde es furchtbar das auf einem „Eisenbahnjournal“ Dazu geraten wird evtl. Das Auto zu nehmen.

  7. Hallo Herr Mickwausch,

    zughalt.de ist kein Pufferküssermagazin. Viele Menschen aus dieser Region besitzen ein Auto, sie lassen es in der Regel nur stehen, weil sie mit der S-Bahn ohne Stress in die Innenstädte kommen. Das beweist die hohe Nutzung der P+R Plätze. Für die gilt die Empfehlung.


  8. Bahnfahrer
    12.07.12 um 12:53

    Das sehe ich genauso wie Herr Eikelberg.
    Ich habe ein Auto und nutze es auch. Ich fahre dann (viel) Bahn, wo es mir Vorteile bringt, direkte Verbindung, kein Stau, Fahrzeit, die ich in der Bahn zum Arbeiten nutzen kann.
    Ich würde mehr Bahn fahren, wenn die Verbindungen entsprechend wären. Ich bin sicher, dass es vielen Menschen so geht.
    Das in den letzten 40 Jahren streckenmäßig ausgedünnte Netz, auch in NRW läßt mich nicht überall mehr per Bahn hinkommen. Das Netz ist sehr dünn geworden, siehe z. B. den oberbergischen Kresis. Die Ausdünnung des Fernverkehrsnetzes kommt noch erschwerend hinzu. Und eine Busverbindung ist für mich keine Alternative. Dann fahre ich halt mit dem Auto. Und was sollen die Pendler an der Linie S6 denn auch sonst anderes machen?

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