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ODEG-Freifahrten für Kinder aus Tschernobyl

13.07.12 (Sachsen) Autor:Niklas Luerßen

Die ODEG spendierte Freifahrten mit ihren gelb-grünen Zügen für Kinder aus Tschernobyl/Weißrussland, die sich zurzeit vier Wochen in der Lausitz erholen können. Auch schenkte die ODEG viele Sachspenden an die Hilfsorganisation „Aktionskreis Kinder von Tschernobyl Görlitz e.V.“. Der Verein betreut jedes Jahr liebevoll Kinder aus Weißrussland, deren Familien Opfer des Reaktorunglücks in Tschernobyl von 1986 sind.

„Diese Sachspendenaktion ist spontan entstanden und Herzenssache für uns. Der Verein bat uns um Freifahrten und wir haben sofort zugesagt. Als wir hörten, dass die Kinder in einem bedauernswerten Zustand bezüglich Kleidung in Görlitz angekommen sind, haben alle ODEG-Mitarbeiter die Kleiderschränke und Spielsachen ihrer Kinder durchgeschaut und von Herzen gespendet.“, sagt Arnulf Schuchmann, Sprecher der Geschäftsführung.

Im Zug gab es symbolisch Kinderfahrkarten und für jeden kleinen Reisenden einen ODEG-Geschenkbeutel. Nastjia, Kyrill, Natascha, Karina und die anderen Kinder haben sich riesig über die ODEG-Bären, Malhefte, Buntstifte, Bastelbögen, Gummibärchen usw. gefreut. Auf der Fahrt OE65 nach Weißwasser wurden die Kinder von der Bundespolizei Ludwigsdorf begleitet, die sich auch bereits seit sechs Jahren zusammen mit anderen Partnern, wie Impuls e.V. eine christliche Initiative für Jugend- und Sozialarbeit, für die kleinen russischen Gäste engagiert. Dienstag verbrachte die Gruppe einen Tag bei der Waldeisenbahn und auf einem Minigolfplatz wurde Sportsgeist trainiert. Ivan Illchner, Impuls e.V. meint: „Wenn wir den Kindern hier das Gefühl von Familie, Heimat und Geborgenheit geben, dann haben wir eine Menge erreicht.“

In den Augen der Mädchen und Jungen zwischen 8 und 13 Jahren sieht man, wie sehr sie die Zeit in der Lausitz genießen, leben sie doch sonst in ärmlichsten Verhältnissen in Dörfern abseits von Minsk. Viele Kinder leben in Pflegefamilien, denn ihre Eltern haben sie verlassen. Die Vorstandsvorsitzende Barbara Kirf vom „Aktionskreis Kinder von Tschernobyl Görlitz e.V.“ engagiert sich zusammen mit 235 Ehrenamtlichen seit 1992 für die Gastkinder. Die jährliche Tradition, den Kindern vier Wochen lang gesunde Ernährung, saubere Luft und kindgerechte Erlebnisse in liebevollen Gastfamilien zu geben, ist nachhaltig, denn die Gesundheit der Kinder wird dadurch längerfristig stabilisiert. Barbara Kirf sagt: „In einer Woche ist diese wichtige Zeit schon wieder vorbei und wie jedes Jahr werden viele Tränen fließen. Es wird emotional sehr ergreifend sein, wenn die Kinder wieder fahren.“

Übrigens sucht der Verein dringend Gasteltern für das kommende Jahr, wenn im Sommer 2013 wieder erholungsbedürftige Kinder aus Weißrussland nach Görlitz kommen. Bitte melden Sie sich und schenken Sie Kindern Zuversicht, Herzenswärme und Kraft.

Ein Kommentar


  1. Bahnfreund
    29.07.12 um 17:17

    Liegt das vom Reaktorunglück betroffene Tschernobyl nicht in der Ukraine?!

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