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Nordwestbahn besorgt wegen Busverkehr zwischen Wilhelmshaven und Oldenburg

02.07.12 (Niedersachsen) Autor:Stefan Hennigfeld

Es ist der größte und längste Busersatzverkehr in der 177jährigen Geschichte der deutschen Eisenbahn und er wird mit dem Fahrplanwechsel im Dezember zu Ende gehen. „Wir freuen uns, dass es dann wieder durchgehende Züge an die Nordsee gibt.“ Zur Streckenertüchtigung im Rahmen der Anbindung des JadeWeserPorts führt die Deutsche Bahn auf der Strecke Rastede – Sande seit August 2011 Bauarbeiten durch. Deshalb ist die Strecke gesperrt. „Wir gingen eigentlich davon aus, dass die Maßnahmen in den anderthalb Jahren weitestgehend abgeschlossen werden könnten“, sagt Timo Kerßenfischer von der Nordwestbahn.

Doch weit gefehlt. Auch 2013 wird die Strecke Rastede – Sande an elf Wochenden gesperrt sein, teilweise auch in der Ferienzeit. Ab Ende Februar wird es zudem an drei Abenden in der Woche Buserersatzverkehr geben, nämlich immer dienstags, donnerstags und samstags. „Die Bauplanung macht es für unsere Kunden leider sehr kompliziert.“

Das Anliegen der Nordwestbahn sei es, nach dem Ende der Vollsperrung möglichst schnell möglichst viele Kunden zurück in die Züge zu holen. „Viele Fahrgäste haben Fahrgemeinschaften gebildet. Wir werden uns nach Kräften bemühen, sie zurück in unsere Züge zu holen,“ so Timo Kerßenfischer.

2014 soll der Verkehr ohne Probleme laufen – so ist es zumindest vorgesehen. Aber auch danach sind Einschränkungen in Sicht. Zur Anbindung des Jade-Weser-Ports sind Lärmschutzmaßnahmen, Elektrifizierung und weiteres erst am Beginn der Planung. Kerßenfischer: „Wir haben einen umfassenden Busverkehr organisiert. Wir fahren jede Stunde drei Linien: Einen Ersatzbus, einen Direktbus und einen Schnellbus. Trotzdem ist die Eisenbahn einfach deutlich komfortabler und schneller. Deshalb hoffen wir, unsere früheren Kunden zurückgewinnen können. Wir tun alles, um die Menschen zu überzeugen.“

Berufspendler sind ab 2013 in der Regel nicht mehr betroffen. Aber was ist mit dem Freizeitverkehr? „Wer spontan ins Kino will, der muss in Zukunft wissen, ob man an dem betreffenden Tag mit dem Bus oder dem Zug fahren kann. Deshalb erarbeiten wir ausführliche Informationspakete. Das gilt ausdrücklich auch für die Nordseetouristen, die sehr häufig mit unseren Zügen in die Ferien fahren. Aber was ist, wenn die Hinfahrt ganz anders aussieht als die Rückfahrt? Wir stehen daher vor großen Herausforderungen, um die Schiene attraktiv zu halten“ so Kerßenfischer.

Ein Kommentar

  1. Qualitätsverbessserungen sind jetzt notwendig!

    Der Fernverkehr mit Intercity bzw. Regionalexpress Wilhelmshaven – Bremen -Hannover kann getrost und entgültig abgehakt werden.
    Zur Zeit macht die geplante Elektrifizierung nach Wilhelmshaven aus Sicht des Schienenpersonenverkehr keinen Sinn mehr.
    Die Dieselstrecke Wilhelmshaven – Oldenburg – Osnabrück bedarf daher einer dringenden Qualitätsverbesserung im Form eines besssren Fahrzeug als den derzeitigen ALSTOM LINT 41. Diese Strecke ist von der Länge her keine Nahverkehrstrecke mehr und sollte daher mit einem Regionalexpress im 2-Stundentakt und auserwählten Halten befahren werden, um einen direkten Anschluß in Osanbrück an IC/ICE ins Ruhrgebiet herzustellen und umgekehrt.
    Das wäre ein wichtiger Schritt, um verlorene Fahrgäste wieder auf die Bahn zurückzuholen.
    So wie bisher, sollte der Verkehr durch die NordWestBahn auf der KBS 392 Wilhelmshaven-Oldenburg-Osnabrück nicht weitergehen!

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