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Hamburg – Köln – Express startet am 23. Juli, Vorverkauf hat begonnen

05.07.12 (Fernverkehr) Autor:Jürgen Eikelberg

Neues Logo des Hamburg-Köln-ExpressIm März diesen Jahres hatte der private Zugbetreiber HKX angekündigt, im Frühherbst tägliche Verbindungen von Hamburg nach Köln und in Gegenrichtung anzubieten. Nun wird die Linie doch schon am 23. Juli 2012 an den Start gehen. Allerdings nicht mit dem ursprünglich geplanten Wagenmaterial. Die Aufarbeitung der österreichischen Schnellzugwagen dauert länger als geplant und das Eisenbahnbundesamt (EBA) hat noch kein grünes Licht gegeben.

Nun hat man Wagen aus den 1970er Jahren angemietet, die ehemaligen Rheingold-Wagen der Deutschen Bundesbahn. Der Komfort entspricht dem der 1. Klasse der IC. Am Wochenende werden zusätzliche Wagen der Nord-Ostsee-Bahn eingesetzt. Nur in diesen stehen behindertengerechte Toiletten zur Verfügung.

Auch der Fahrplan musste abgespeckt werden. Statt der geplanten drei Verbindungen täglich pro Richtung wird es vorerst nur eine tägliche Verbindungen geben. Das ist dem Umstand geschuldet, dass nur eine Zuggarnitur zur Verfügung steht. Von Montag bis Mittwoch wird der HKX nur einmal täglich verkehren, von Donnerstag bis Sonntag gibt es bis zu drei Verbindungen pro Richtung und Tag. Darüber hinaus startet jeden Sonntagaben in Köln der HKX-Mitternachtsexpress, der Hamburg erst nach 01:00 Uhr am Montag erreicht.

Der HKX will mit kleinen Preisen und großem Service punkten. Die Fahrpreise liegen zwischen 20 und 60 Euro (5 – 15 Cent pro Kilometer). Wie auch bei der Deutschen Bahn gibt es hier auch einen „Frühbucherrabatt“. Die Fahrkarten gibt es nicht an den Fahrkartenschaltern der Bahn, auch nicht an Automaten. Man kann sie im Internet unter www.hkx.de ab sofort buchen oder direkt beim Zugbegleiter kaufen. Auch telefonisch unter 0180 3 459 459 (9 Cent aus dem Festnetz, 42 Cent aus den Mobilfunknetzen) können Tickets bestellt werden. Auch über die genauen Abfahrtszeiten muss man sich unter der Internetseite oder über Hotline informieren. Auf der Seite der Deutschen Bahn sind sie noch nicht enthalten.

Alle im Vorverkauf erworbenen Tickets sind zuggebunden und es gibt eine Sitzplatzgarantie ohne Aufpreis. Die Zugbegleiter weisen jedem Fahrgast einen Sitzplatz zu. Man kann aber vorab auf der Internetseite einen Wunschplatz, z. B. in Fahrrichtung, angeben. Wer mit der Hinfahrt auch die Rückfahrt bucht, spart 10 Prozent.

Kinder unter 14 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen zahlen lediglich 5 Euro für einen Sitzplatz, die Fahrt selber ist kostenlos.

Die HKX GmbH ist das erste private Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland, das ausschließlich Personenfernverkehr auf der Schiene betreibt. Hauptgesellschafter der HKX GmbH ist die Railroad Development Corporation (RDC) Deutschland, weitere Gesellschafter die locomore rail GmbH & Co. KG sowie der Eisenbahninvestor Michael Schabas.

3 Responses

  1. Heute Nachmittag war wohl schon ein Zug mit HKX-Schriften/Werbung drauf in Köln unterwegs, sind wohl Testfahrten?


  2. Bahnfahrer
    05.07.12 um 20:13

    Ich begrüße den Start dieser Verbindung und wünsche ihr viel Erfolg.
    Ich fahre häufig nach Hamburg und muss immer wieder erleiden, dass Wagen fehlen, Klimaanlagen ausfallen (im Winter wie im Sommer), der Bistro-Wagen fehlt oder die IC auf der Strecke beträchtliche Verspätungen haben.
    Seit Jahren haben die IC auch nur noch zwei 1. Klasse Wagen, da wird es im Berufsverkehr mehr als eng von Hamburg nach Bremen zwischen 16 und 19 Uhr. Wenn dann auch noch einer der beiden 1. Klasse Wagen ausgefallen ist, steht man dann 1. Klasse bis Bremen, in der Hoffnung, dann einen Platz zu bekommen.
    Die Deutsche Bahn hat die Verbindung Köln – Hamburg sehr lange vernachlässig und stiefmütterlich behandelt. Seit Einstellung der Metropolitan-Verbindung hatte man als vielfahrender Bahnfahrer auf dieser Verbindung nicht nur den Eindruck sondern auch das Erlebnis der Vernachlässigung auch der IC-Verbindungen.
    Es ist eine alte Erfahrung, dass Wettbewerb durchaus das Geschäft belebt.
    Ich wünsche der neuen Zugverbindung HKX viel Erfolg und werde sie auch baldmöglichst ausprobieren.
    Es bleibt auch zu wünschen, dass die Deutsche Bahn erkennt, dass sie viel mehr für ihre Kunden auf dieser Strecke tun muss, und diese Erkenntnis auch spürbar umsetzt.

  3. Wenn der Wettbewerb in Fernverkehr klappt dann wohl auf einer Relation wie Köln – Hamburg.
    Es könnte also wegweisend für zukünftige Entwicklungen auf der Schiene in Deutschland sein, ob HKX sich behauptet.
    Mehr Bedarf auf dieser Strecke gibt es ja.
    Jedoch frage ich mich, ob die Kapazitäten dazu ausreichen.
    Fährt der HKX in bisher bestehenden Lücken in der Streckenauslastung zwischen Köln und Münster?
    Mehr Investitionen in die Infrastruktur wären hier eine Investition, welche sich in der Zukunft mit höherer Wahrscheinlichkeit rechnet.

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