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GDL: Kein Streik in Sicht, aber auch noch keine Einigung

13.07.12 (Allgemein) Autor:Stefan Hennigfeld

Sieben Prozent mehr Lohn fordert die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) in der diesjährigen Entgeltrunde mit der Deutschen Bahn und verweist darauf, dass die Gewinne im abgelaufenen Jahr um deutlich über zwanzig Prozent gestiegen sind. Außerdem fiel, so die GDL, die Tarifrunde 2011 mit zwei Prozent recht klamm aus – schließlich stand damals die Auseinandersetzung mit den Wettbewerbsbahnen um den branchenweiten Rahmentarifvertrag im Mittelpunkt.

Also soll es dieses Jahr deutlich mehr werden. Die Inflation liegt aktuell bei rund zwei Prozent und man möchte für die Mitglieder eine spürbare Verbesserung. Deutschlandweit fehlt es zudem an Triebfahrzeugführern, es dürften mittlerweile etwa tausend sein – Tendenz stark steigend. Der Beruf muss also attraktiver gemacht werden. Die Bahn bietet eigenen Angaben zufolge 5,5 Prozent. Doch das nur auf dem ersten Blick.

Tatsächlich soll der Tarifvertrag eine Laufzeit von zwei Jahren haben. 2,5 Prozent Lohnsteigerung rückwirkend zum 1. Juli 2012 und noch einmal 2,0 Prozent zum 1. Oktober 2013. Dazu eine Erhöhung der betrieblichen Altersvorsorge um ein Prozent ab 1. Januar 2014. Zusammengerechnet käme man hier auf 5,5 Prozent. Die GDL strebt jedoch eine Laufzeit von nur einem Jahr an. „Tarifabschlüsse werden bewertet nach zwölf Monaten“ sagte GDL-Chef Claus Weselsky in der ARD-Tagesschau.

Die Verhandlungen werden am übernächsten Montag (23. Juli) in Berlin fortgesetzt. Es wird jedoch allgemein nicht damit gerechnet, dass es zu (längeren) Ausständen kommt. Die Bahn signalisierte bereits die Bereitschaft, ihr Angebot zu verbessern. Weselsky lobte die konstruktive Verhandlungsatmosphäre und geht davon aus, dass das Angebot noch einmal erhöht wird.

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