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Vestische Straßenbahnen erhalten neue Busse

15.06.12 (VRR) Autor:Stefan Hennigfeld

Weniger als sechs Monate nach dem verheerenden Feuer bei den Vestischen Straßenbahnen rollt das Unternehmen Richtung Normalität. Trotz der aufwendigen EU-weiten Ausschreibung wurden diese Woche die ersten fabrikneuen Linienbusse geliefert. Bis zum Ende der Sommerferien im August sollen alle 69 ausgebrannten Fahrzeuge im Fuhrpark ersetzt worden sein. Insgesamt werden dafür etwa 17 Millionen Euro investiert.

Die Busse werden, wie in der gesamten Kooperation östliches Ruhrgebiet (KöR) seit der Jahrtausendwende üblich, im NRW-Design fahren. Sie erfüllen die Normen der strengsten bekannten Abgasnorm Enhanced Environmentally Friednly Vehicles (EEV) und verfügen über Euro 5 Motoren mit zusätzlicher Abgasbehandlung. Die Treibhausgase und Stickoxide werden dadurch im Vergleich zum Euro 4 Standard um 40 Prozent gesenkt, der Partikelausstoß nimmt nochmals um 75 Prozent ab.

Am Heck der Fahrzeuge sind Blaue Engel aufgeklebt. „Den Blauen Engel erhalten Busse, die besonders abgasarm und leise sind“ erläutert Geschäftsführer Martin Schmidt. „Darüber hinaus dürfen bei der Produktion keine Ozonschicht schädigenden Stoffe anfallen und die Lackierung muss frei von Schwermetallen sein.“

Selbstverständlich werden alle modernen Komfortstandards erfüllt, wie etwa Barrierefreiheit oder Vollklimatisierung. Mit Ausnahme der Deckenverkleidung ist der Innenraum mit einer speziellen Antigraffiti-Lackierung versehen und die Sitze sind in einer Antivandalismusvariante ausgeführt. Dadurch sollen die Schäden minimiert und die Aufenthaltsqualität gesteigert werden. Auch Videoüberwachung ist vorhanden, selbstverständlich unter Einhaltung aller Datenschutzrichtlinien. Bei Übergriffen können die Bilder jedoch direkt an die Strafverfolgungsbehörden übermittelt werden.

Damit werden die Vestischen Straßenbahnen am Ende des Jahres über eine der modernsten Busflotten Deutschlands mit einem Durchschnittsalter von 4,2 Jahren verfügen, 81 Prozent des Fuhrparks werden mit einer grünen Plakette ausgestattet sein. Parallel dazu laufen auch die Planungen für den Neubau der etwa fünftausend Quadratmeter großen Abstellhalle an. Hier sollen zwischen 2,5 und 3 Millionen Euro investiert werden.

Betriebsleiter Thomas Kramer: „Als Konsequenz des Großbrandes werden wir eine zusätzliche Brandschutzwand einziehen, so dass das Gebäude zweigeteilt ist. Zudem wird künftig die Wagenhalle durch eine ca. zwölf Meter lange Schleuse vom Verwaltungs- und Werkstattkomplex getrennt sein.“ Ein neuer Grundriss schafft besseren Parkraum für die modernen 18,75 Meter langen Gelenkbusse, die Verlegung der Ein- und Ausfahrt Richtung Norden optimiert die Betriebsabläufe.

Die Ausstattung mit LED-Beleuchtung, eine Vorortversickerung (On-Site-Verfahren) und die Nutzung des Regenwassers zur Wagenreinigung entsprechen modernsten ökologischen Anforderungen. „Passend zum Image der InnovationCity wäre auch der Bau eines Solardachs denkbar“, so Martin Schmidt. Zur Realisierung dieses Vorhabens werden jedoch noch Investoren gesucht.

Bild: Vestische Straßenbahnen GmbH

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