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VCD: Fränkische Bahnstrecke darf nicht an Hessen scheitern

29.06.12 (Bayern, Hessen) Autor:Niklas Luerßen

Die Wiederinbetriebnahme der ?Sinntal-Eisenbahn? vom hessischen Jossa nach Bad Brückenau und Wildflecken in Franken darf nicht am hessischen Teilstück scheitern. Dies fordert der Landesverband Hessen des ökologischen Verkehrsclubs VCD. ?Mit Verwunderung? nimmt er daher die Forderung hessischer Kommunalpolitiker zur Kenntnis, das Teilstück in Hessen zu zerstören.

Auf fränkischer Seite engagieren sich Politiker und Initiativen, darunter auch der VCD Bayern, die Bahnstrecke wieder nutzen zu können. Damit würde das Staatsbad Bad Brückenau wieder auf der Schiene erreichbar. Schwerpunkt würde der Ausflugsverkehr sein, unter anderem der Transport von Fahrradtouristen vor und nach dem Ausflug in die Rhön. ?Man könnte dann mit einem Zug nach Wildflecken, von dort nach Gersfeld in Hessen wandern und mit dem Zug nach Fulda wieder zurück, beschreibt VCD-Landesvorstandsmitglied Stefan Mack die Perspektiven im bayrisch-hessischen Grenzgebiet.

Die ersten vier der über dreißig Streckenkilometer liegen in Hessen, dort liegt auch der Anschluss nach Würzburg und Fulda. Ausgerechnet hier möchte die Gemeinde Sinntal die noch vorhandene Bahnstrecke abreißen, um einen Radweg zu bauen. Für den VCD ist das nicht nachvollziehbar. Mack: „Die Bahn stört den Radtourismus nicht, sie stärkt ihn. Im Tal ist Platz genug für Radweg und Bahnstrecke.?“

Zudem könnte mit der Sinntalbahn auch der Bahnhaltepunkt in Sinntal-Altengronau wieder in Betrieb genommen werden. Dieser wäre für Einwohner und Touristen interessant.

2 Responses

  1. Ich kanns nicht mehr hören. Radweg, Radweg, immer nur Radweg. Wieviele tausend Kilometer Radweg sollen denn noch Bahntrassen blockieren und zerstören, damit auch wirklich kein ÖPNV mehr möglich ist? Die Amateure unter den Radfahrern würden solch lange Strecken sowieso nicht durchhalten, ohne auf dem Rückweg wieder auf den Zug umsteigen zu müssen. Und die selbsternannten Profis gurken sowieso alle illegal auf der Straße rum statt den parallel verlaufenden Radweg zu benutzen. Und dann sind wieder die Autofahrer am Unfall schuld. Der VCD hat völlig Recht: Ohne Bahn ist ein vernünftiger Radtourismus überhaupt nicht zu bewerkstelligen. Und gerade in der Rhön mit ihren teils extremen Steigungen ist eine Zugfahrt eigentlich unverzichtbar. Ausgerechnet die Gemeinde Sinntal, die den beruflichen und touristischen Straßenverkehr schon heute nicht mehr bewältigen kann, will eine Rückkehr zum ausbaufähigen ÖPNV verhindern. Selten so einen UnSINN gehört.

  2. @Gregor – Weitgehend Zustimmung, nur ein kleiner Einschub zum „illegalen“ Fahren auf der Strasse. Die Benutzung eines Radweges ist nur dann verpflichtend, wenn er direkt parallel zur Strasse laeuft, sprich ein eigener Radstreifen in der Stadt usw.; wenn aber die Landesstrasse geradewegs fuehrt, ueber Bruecken und durch Einschnitte, waehrend der Radweg jedes Taelchen, jedes Fluesschen und jeden Berg mitnimmt, dann ist das kein parallel verlaufender Radweg mehr in diesem Sinne. Und so sieht’s ausserhalb der Staedte meist aus.

    Und innerhalb der Staedte ist der Radweg oft genug auch moerderisch; und die „Illegalitaet“ des Fahrens auf der Strasse ist in dem Fall auch fraglich, weil es meist dort stattfindet, wo der Radweg so schmal oder sonstig gefaehrlich (reinragende Schilder, Plakatstaender, direkt daneben parkende Autos (-> blind geoeffnete Tueren) und mitlaufende Fussgaenger aufgrund von Strassencafes, Ladenauslagen usw.) ist, dass der Radweg selbst illegal ist und in der Form gar nicht bestehen duerfte.

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