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VCD Bayern: Qualitätssprung im Verkehrsangebot zwischen dem Rhein-Main-Gebiet und Unterfranken

27.06.12 (Bayern) Autor:Niklas Luerßen

„Wir freuen uns, dass die Bayerische Eisenbahngesellschaft viele Anregungen des ökologischen Verkehrsclubs VCD wie z.B. Direktverbindungen nach Bamberg oder mehr Sitzplätze bei der Vergabe der Schienenverkehrsleistungen zwischen Würzburg und Frankfurt berücksichtigt hat. Ab 2015 wird es auf der wichtigen Bahnstrecke eine deutliche Angebotsverbesserung geben“, würdigt Dr. Christian Loos aus Würzburg vom Landesvorstand des VCD die Angebotsverbesserungen, die sich aus der Vergabe ergeben.

„Wir sehen v.a. In folgenden Faktoren eine Verbesserung für die Fahrgäste“, zählt Dr. Loos auf:

  • „Erhöhung des Platzangebotes auf 800 Sitzplätze je Zug. Damit hat die BEG aus den Ausschreibungen der Mainfrankenbahn oder des Fuggerexpresses gelernt, als viel zu geringe Platzkapazitäten vorgegeben wurden.
  • Verlängerung der RE-Linie im Zweistundentakt von Würzburg über Schweinfurt nach Bamberg. Zusammen mit den Zügen des Franken-Thüringen-Expresses ergibt sich ein Stundentakt mit attraktiven Zügen zwischen Würzburg und Bamberg im elektrischen Betrieb. Der Anachronismus, dass man auf einer voll elektrifizierten Strecke mit Dieselzügen fährt, hat bald ein Ende.
  • Entfall der für die Fahrgäste unkomfortablen elektrischen Hochflurzüge (Puma-Wagen) zwischen Frankfurt und Würzburg und der ebenfalls vom Fahrgastkomfort minderwertigen Dieseltriebzüge zwischen Würzburg und Bamberg. Dies ergibt v.a. für Radler, welche entlang des beliebten Mainradweges Touren unternehmen, deutliche Verbesserungen, da künftig nur noch Niederflurwagen verkehren.
  • Verbesserungen im Abendverkehr, da die Bedienzeit ausgeweitet wird. Gerade abends ab 21 Uhr sind die Verbindungen zurzeit schlecht, da Regionalexpresse auf einmal als Bummelzüge verkehren und außerdem die Anschlüsse sowohl in Würzburg wie auch in Aschaffenburg schlecht sind.
  • Vermehrte Nutzung der Werntalbahn zwischen Gemünden und Schweinfurt für Züge.“

Die Nutzung der Werntalbahn sieht der Verkehrsclub mit einem weinenden Auge. „Wir hätten uns gewünscht, dass die Vergabe der wichtigsten Linie in Unterfranken als Anlass gesehen wird, diese Bahnstrecke besser zu bedienen“, sieht der Bahnexperte des VCD Bayern, Gerd Weibelzahl, mangelnden Mut bei den Verantwortlichen. Er weist darauf hin, dass mit der Werntalbahn die Fahrtzeit zwischen Bamberg und Schweinfurt und dem Rhein-Main-Gebiet im Regionalverkehr um 30 Minuten verringert werden könnte und dass es nur wenige Orte in der Größenordnung von Arnstein oder Thüngen gibt, in denen kein Zug hält.

Auch wenn es erfreulich ist, dass das Kapazitätsangebot deutlich ausgebaut wird, so fragt sich der Verkehrsclub, ob es genügend Bieter gibt, die sich die geforderten neuen Züge leisten können. „Bereits jetzt ist die Teilnehmerzahl an Ausschreibungen rückläufig, da viele Bieter die Finanzierung nicht realisieren können. Ein Ausweg wäre ein Fahrzeugpool nach dem Vorbild von Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen, da die Finanzierung dann über die mit einer besseren Bonität bewertete öffentliche Hand realisiert werden kann“, sieht Weibelzahl in innovativen Finanzierungsmodellen für die Fahrzeugbeschaffung eine Möglichkeit, den Wettbewerb zu beleben.

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