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Stadler Rail mit gutem Ergebnis trotz Eurokrise

18.06.12 (Europa) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Schweizer Rollmaterialhersteller Stadler Rail blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zurück – trotz des Euro-Kurssturzes und der Staatsfinanzierungskrise. Durch den hohen Auftragseingang in den Jahren 2008 bis 2010 stieg der Umsatz auf 1,39 Milliarden Euro und die Mitarbeiterzahl wurde auf 4.500 erhöht – damit ist die Belegschaft Ende 2011 um rund tausend Personen größer gewesen als Ende 2010.

Allerdings ist der Bestellungseingangswert unter dem Schnitt der letzten Jahre auf 1,3 Milliarden Franken gesunken. Seit Dezember 2011 sind vier neue Fahrzeugserien im Einsatz: Die Doppeldeckerzüge Stadler KISS für die SBB bei der S-Bahn Zürich, die InterCity-KISS für die österreichische Westbahn und die Tango-Trams in Basel und Genf.

Der hohe Umsatz resultiert derzeit aus den Bestelleingängen aus den Jahren 2008 und 2010. Der Bestelleingang 2011 entspricht etwa dem von 2009 und ist damit deutlich geringer als in den Rekordjahren 2008 und 2010. Angesichts des starken Schweizer Franken und des schwachen Euro hat Stadler Rail noch härter zu kämpfen, schließlich gehen rund zwei Drittel der Produktionsleistung aus der Schweiz in den Export.

Aber auch bei Ausschreibungen innerhalb der Schweiz spielt die Konkurrenz aus dem Euroraum aufgrund des Wechselkurses eine starke Rolle. Stadler verlor beispielsweise eine Ausschreibung der Basler Verkehrsbetriebe (BVB), weil der siegreiche Wettbewerber mit Produktionsstätten in Ostdeutschland und Österreich einen deutlich geringeren Preis kalkulieren konnte.

Trotzdem hatte man auch 2011 eine ganze Reihe an Erfolgen. Europaweit wurden Züge abgesetzt, insbesondere auch auf dem deutschen Markt. Die Division Stadler Pankow in und um Berlin ist von Wechselkursschwankungen nicht betroffen und kann somit ohne diese Risiken innerhalb des Euro-Raumes Geschäfte machen. Größter Erfolg ist ein Rahmenvertrag mit der DB Regio AG über die Lieferung von bis zu 400 Triebzügen bis 2018.

Doch insgesamt sind die Aussichten im Euroraum eher durchwachsen, so dass die Erschließung neuer Märkte eine große Rolle spielt. Dabei sieht man vor allem die Länder der früheren Sowjetunion als besonders interessant an. Dort sind noch zahlreiche Züge aus kommunistischer Produktion im Einsatz, die in den nächsten Jahren durch zeitgemäßes Rollmaterial ersetzt werden. Aufgrund der Wirtschafts- und Zollunion zwischen Russland, Weissrussland und Kasachstan erwägt man derzeit den Aufbau eines Standortes im weißrussischen Minsk.

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