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Müngstener Brücke: VRR/VRS-Tickets rechtzeitig kündigen

14.06.12 (VRR) Autor:Stefan Hennigfeld

Mit der Sperrung der Müngstener Brücke in den Sommerferien geht erneut ein mehrwöchiger Schienenersatzverkehr mit Bussen einher. Vom 7. Juli bis zum 20. August und dann noch einmal vom 6. bis zum 21. Oktober wird die Anlage gesperrt. Im kommenden Jahr ist eine Dauersperrung von April bis November vorgesehen. Angesichts der Erfahrungen aus den letzten Jahren muss man aber zumindest einkalkulieren, dass sich die Sperrzeiträume deutlich verlängern.

Aus diesem Grund müssen alle Kunden, die statt eines umständlichen Busverkehrs lieber auf ihr umsteigefreies Auto zurückgreifen möchten, ihre VRR-Abotickets rechtzeitig kündigen. Glücklicherweise hat der VRR-Tarif aus Kundensicht hervorragende Kündigungsbedingungen. So kann man ein Aboticket ab dem 13. Monat jederzeit mit einer kurzen Frist abgeben. Kunden, die ihr Ticket noch nicht solange haben, müssen bei einer Kündigung die Differenz zum Nichtabopreis für die Monate, in denen sie das Ticket hatten, nachzahlen.

Da die Müngstener Brücke in den nächsten anderthalb Jahren länger gesperrt als geöffnet sein wird, ist an dieser Stelle dringend davon abzuraten, neue Abotickets abzuschließen. Monatskarten werden auch einzeln verkauft und enden automatisch mit Ablauf des Gültigkeitszeitraumes. Wer also im September die kurzzeitige Sperrpause ausnutzen will, kann das tun ohne sich auf ein Jahr an den VRR zu binden.

Wichtig ist, dass die Tickets nicht beim VRR selbst zu kündigen sind, sondern bei dem Verkehrsunternehmen, das sie ausgestellt hat. Für Pendler zwischen Remscheid und Solingen (oder weiter) werden das im Regelfall die Stadtwerke Remscheid oder Solingen sein. Die Kündigung des Tickets kann formlos schriftlich erfolgen oder durch einfaches Abgeben im Kundencenter. Bei einer schriftlichen Kündigung gilt, dass die Beweislast, dass das Verkehrsunternehmen die Kündigung erhalten hat, beim Kunden liegt.

Derzeit ist vorgesehen, dass die Müngstener Brücke ab November 2013 dauerhaft geöffnet bleibt. Sollte dieser Fall tatsächlich eintreten, kann jeder, der dann wieder Interesse hat, ein neues Aboticket erwerben. Sonderkündigungsregelungen sieht der VRR keine vor. Möglicherweise könnten hier die § 313 (Störung der Geschäftsgrundlage) oder § 323 (Rücktritt wegen nicht oder nicht vertragsgemäß erbrachter Leistung) BGB zur Anwendung kommen. Gerichtsurteile gibt es dazu nicht. Der Fahrgastverband Pro Bahn sah sich auf Anfrage nicht in der Lage, die juristische Situation abschließend zu bewerten.

Wer von Remscheid nicht nur nach Solingen oder Düsseldorf pendelt, sondern beispielsweise weiter nach Köln, der ist nicht im VRR- sondern im VRS-Tarif unterwegs. Hier gelten die Regelungen des großen Grenzverkehrs zwischen den beiden Verbundräumen. Für die Kündigungsregelungen ist das aber nicht relevant, denn der VRS-Tarif gleicht in diesem Punkt dem des VRR. Also dann: Freie Fahrt! Auf der Straße und vielleicht irgendwann auch wieder auf der Schiene.

22 Responses


  1. lionscity
    14.06.12 um 11:59

    Propaganda… Da hab ich hier schon deutlich sachlichere Berichte gelesen.

  2. Ich verstehe nicht recht, was daran „Propaganda“ sein soll, als Betroffener würde ich mein Ticket selbstverständlich auch abgeben. Das ist für Pufferküsser unbegreiflich, aber wir reden hier von Mobilitätsverfügbarkeit, die nicht mehr gewährleistet wird.


  3. Remscheider
    14.06.12 um 18:15

    Ich danke zughalt für den Tipp. Ich habe nämlich ein Abo für die Strecke, die ich täglich fahre. Jetzt werde ich das Abo kündigen und mit dem Auto fahren, wenn die Strecke gesperrt ist. Monatskarten kaufe ich mir dann, wenn die Strecke frei ist.

    P.S.: Mit dem Auto bin ich sogar schneller von Tür zu Tür, als mit der Bahn ;)


  4. Zahlmeister
    14.06.12 um 18:18

    Rechnen wir einmal: Die Fahrzeit verlängert sich pro Richtung um vierzig Minuten, zwei Takte. Das sind bei der Hin- und Rückfahrt von Remscheid nach Düsseldorf, Köln oder Neuss achtzig Minuten am Tag. Bei 22 Arbeitstagen sind es 1.760 Minuten. Ein Tag, sechs Stunden und zwanzig Minuten im Monat Fahrzeitverlängerung. Wer da kein Verständnis für Umsteiger aufs Auto hat, dem ist nicht mehr zu helfen.

  5. Warum das Abo kündigen? Nur weil eine Linie unterbrochen wird?
    Ist den Dummnasen von Zughalt.de eigentlich klar wieviele Fahrgäste neben der RB47 noch
    Bus, Schwebebahn, S-Bahn, RE und ggfls. sogar Straßenbahnen benutzt?
    Wie sollen die Leute zur Arbeit kommen wenn kein Ticket da ist?

    Sorry, aber ein Aufruf zum kündigen des Abos kommt einer Geschäftsschädigung gleich und sollte auf gar keinen
    Fall unterstützt werden! Denn in erster Linie würde es die Stadtwerke Solingen, Wuppertaler Stadtwerke und die
    Remscheider Stadtwerke schädigen. Denn die leiden als erste unter fehlenden Einnahmen! Der Anteil der DB ist extrem
    gering im Vergleich zu dem Anteil der lokalen Verkehrsunternehmen.

    Also weg mit diesem Aufruf zur wirtschaftlichen Schädigung der Region!

    Und weg mit Leuten die meinen diesen totalen Unsinn unterstützen zu müssen!

    Und als nächstes darf dann zughalt.de die lokalen Verkehrsunternehmen unterstützen weil denen die Kohle üfr neue Fahrzeuge oder so fehlt??


  6. Zahlmeister
    14.06.12 um 18:32

    Sie verstehen nicht viel von wirtschaftlicher Schädigung, oder? Bei einer zusätzlichen Fahrzeit von 1,33 Stunden am Tag haben wir bei 22 Arbeitstagen 30,33 zusätzliche Stunden Freizeitverlust, das ist fast eine komplette Arbeistwoche. Vor diesem Hintergrund würde sich der Umstieg aufs Auto selbst bei Spritpreisen von über zwei Euro noch dicke lohnen, weil der Zeitnachteil, der allein durch die Dauersperrung der Müngstener Brücke entsteht, unzumutbar ist.

  7. Der Link zu ihrer scheusslichen Meldung wurde an den VRR weitergeleitet.
    Die Rechtsabteilung wird sich sicher sehr freuen über diese Geschäftsschädigung Ihrerseits…


  8. Pascal S.
    14.06.12 um 19:21

    Und ihr wollt ein Magazin für den ÖPNV sein? Meine Güte, da kann man sich nur am Kopf kratzen! Die Brücke muss saniert werden und dafür ist es halt unausweichlich, dass es zu unannehmlichkeiten kommt. Aber dann sowas rauszuhauen? Na, das spricht nicht für ein loyales Blatt, sondern eher Bild Niveau!


  9. Aboticket
    14.06.12 um 20:15

    An alle Kritiker dieses Artikels:

    Die Empfehlung, das Abo-Ticket zu kündigen, richtet sich allein an die Nutzer dieser einen Verbindung von Solingen nach Remscheid bzw. Nutzer dieser Teilstrecke, die diese täglich nutzen müssen/wollen, sofern sie eine andere Möglichkeit (PKW) haben. Diese dürften eher gering ausfallen, daher ist der „Verlust“ für die Verkehrsunternehmen eher gering. Es wird ja auch ausdrücklich darauf hingewiesen, sich die Monatskarte jeweils am 1. des Monats zu kaufen, wenn die Strecke frei gegeben ist.

    Ich werde mein Aboticket (Preisstufe D im VRR) nicht kündigen, weil ich nicht über diese Strecke fahren muss :)Sie wäre für mich sowieso ein Umweg ;)


  10. Bahnkritiker
    15.06.12 um 14:22

    Ein netter Zug wäre es, wenn der VRR Fahrkarten- und Abokunden auf der Relation Remscheid – Düsseldorf oder weiter erlauben würde, aufpreisfrei über Wuppertal zu fahren.

  11. @ Bahnkritiker

    Ein netter Zug wäre es, wenn der VRR Fahrkarten- und Abokunden auf der Relation Remscheid – Düsseldorf oder weiter erlauben würde, aufpreisfrei über Wuppertal zu fahren.

    Remscheid – Düsseldorf Mitte-Nord (Hbf) ist in jedem Fall Preisstufe C, auch wenn man über Wuppertal, statt über Solingen fährt. Allerdings muss man bei der Auswahl der Zentraltarifgebiete aufpassen, da die S 1 teilweise im Tarifgebiet Düsseldorf-Süd fährt. Dazu aber bitte direkt beim VRR bzw. bei den Remscheider Stadtwerken nachfragen.

  12. @ Bahngott

    Bitte teilen Sie uns dann auch mit, was der VRR Ihnen geantwortet hat.


  13. ÖPNV Nutzer
    15.06.12 um 22:03

    Also ich finde diesen Artikel, in dem pauschal dazu aufgefordert wird, das Abo Ticket zu kündigen auch nicht gut.

  14. Der regelmässige Kunde mit Mobilitätsalternative bleibt ohnehin weg, wenn über einen längeren Zeitraum (Schienen-)Ersatzverkehr gefahren wird, so beispielsweise zu beobachten bei der NordWest-Bahn zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven, bei der Hamburger Hochbahn während der abschnittsweisen Ringbahn-Sanierung, oder bei mir vor der Haustür auf der S-Bahn zwischen Bergedorf und Aumühle, wo sich nach mehrjähriger Sperrung die Fahrgastzahlen auch nach Wiederinbetriebnahme der S-Bahn in etwa halbiert haben.


  15. Pascal S.
    17.06.12 um 13:05

    Ich verlange, dass Stefan Henningfeld für diesen Artikel zurücktritt von seiner Arbeit! Es ergibt keinen Grund diesen Menschen noch bei zughalt.de zu behalten! Seine Artikeln sind erstens, Anti-DB und zweitens weiß er anscheinend nicht, dass es sich hierbei um einen ÖPNV Nachrichten Webseite haltet, er wiederrum für die Autolobby ist.

  16. Die Deutsche Bahn ist ja der Himmel auf Erden und wenn eine Brücke mal wieder ein halbes Jahr gesperrt wird, weil diese unseriöse Firma seit 50 Jahren am Korrosionsschutz gespart hat, dann müssen die blöden Beförderungsfälle dafür Verständnis haben. Wie das bei der Bahn so üblich ist, dauert es natürlich ein halbes Jahr um eine Brücke neu zu streichen. Egal die Beförderungsfälle sind ja nur wieder über eine Stunde länger unterwegs und machen eine schöne Rundfahrt durch das Tal der Wupper.

    Mir soll es egal sein, denn ich hab mein VRR Ticket 2000 schon bei der letzten Sperrung gekündigt und verlasse mich seit dem auf die A 46, die auch nicht so weit von Solingen entfernt liegt und mich trotz Staus wesentlich schneller und zuverlässiger zur Arbeit bringt als die Bahn. Ich verstehe auch diese selbst ernannten Eisenbahnfreunde nicht, die gegen jederlei berechtigte Kritik hetzen. Wollen diese Menschen am liebsten Eisenbahn unter Ausschluss der Öffentlichkeit? Wenn man anmerkt dass dafür die Veranstaltung mit vielen Steuermilliarden zu teuer ist, wird man gleich wieder als Autolobbyist dargestellt. Dabei möchte man dem Verkehrsträger Bahn nichts böses, würde ihn am liebsten sorgar nutzen. Allerdings ist das Angebot nicht zuverlässig und man muss sich jedes Jahr aufs neue auf monatelange Sperrungen einstellen mit Fahrzeitverlägerungen von über einer Stunde pro Tag.

    Zughalt könnte ja mal ermitteln, wie hoch der Fahrgastschwund auf der RB 47 durch die letzte Sperrung war. Wird wahrscheinlich irgendwo zwischen 30 und 50 Prozent liegen. Das finden Eisenbahner natürlich richtig toll, wenn Sie alleine im Zug sitzen.


  17. Bahnfahrer
    17.06.12 um 19:20

    Ich habe den VRR und den VRS über diesen Boykottaufruf informiert. Die Rechtsabteilung wird sich in den nächsten Tagen melden und „Zughalt“ schließen lassen.


  18. tabea bonn
    18.06.12 um 13:38

    Was ist das hier für ein Kindergarten – Magazin???

    Selten so gelacht über so einen Mist!

  19. @ Bahnfahrer und Bahngott

    Bitte teilen Sie uns doch mit, was der VRR Ihnen auf Ihre Beschwerden geantwortet hat.

    Vielen Dank!

  20. Reminder @Bahnfahrer und @Bahngott

    Sie wollten uns doch mitteilen, was der VRR Ihren auf Ihre Beschwerden geantwortet hat. Wieso wurde Zughalt noch nicht geschlossen?

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