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Deutschland-Takt und Schienengüterverkehr: Kein Widerspruch

13.06.12 (Verkehrspolitik) Autor:Stefan Hennigfeld

Ein deutschlandweiter Taktfahrplan im Personenverkehr und eine Güterverlagerung auf die Schiene sind kein Widerspruch. Das ist die Quintessenz einer Tagung der BAG SPNV, des VCD und des Netzwerkes Europäischer Eisenbahnen in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen in Berlin. Nur eine Kombination aus beidem schafft die Verkehrswende – denn zwei unabhängige Netze für Güter- und Personenverkehr sind unrealistisch.

„Angesichts begrenzter Mittel und Ressourcen auch in den kommenden Jahren ist ein gemeinsam für den Güter- und Personenverkehr langfristig geplantes und abgestimmtes Konzept unabdingbar“ sagt Michael Ziesak, Bundesvorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland. Für völlig undenkbar hält man es, dass das Verkehrswachstum ausschließlich auf der Straße stattfindet – gleichzeitig muss die Infrastruktur an die Herausforderungen kommender Jahrzehnte angepasst werden.

Doch auch Regional- und Fernverkehr müssen noch enger miteinander verknüpft werden – und langfristig planbar gemacht werden. „Damit kann erreicht werden, dass der Ausbau der Infrastruktur optimal auf die Bedürfnisse sowohl des Personen- als auch des Güterverkehrs ausgerichtet wird. Gleichzeitig werden Investitionsmittel für die Infrastruktur im Sinne einer optimalen Netzauslastung wirtschaftlicher eingesetzt. Manchmal reichen sogar schon kleine Maßnahmen, um die Leistungsfähigkeit des Netzes zu verbessern“ sagt Andreas Schulz, Abteilungsleiter für Planung bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG).

Zu Zeiten der Behördenbahn alter Prägung kam zuerst der Fern- dann der Regional- und am Schluss der Güterverkehr. Damit ist Schluss. Das weiß auch Burkhard Bräkling von der Geschäftsleitung der TX Logistik AG: „Die Schaffung von Trassenprodukten für den Güterverkehr mit klar definierten Leistungs- und Qualitätsstandards ist die Grundlage professioneller Schienenlogistik. Das setzt eine integrierte Netzplanung voraus in der Personen- und Güterverkehr gleichberechtigte Nutzer des Netzes sind.“

Bild: Stefan Hennigfeld

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