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Deutsche Bahn zu Rio+20: Zwölf Millionen Tonnen CO2 weniger pro Jahr

21.06.12 (Allgemein) Autor:Niklas Luerßen

Im Vorfeld der Weltkonferenz Rio+20 vom 20. bis 22. Juni 2012 hat die Deutsche Bahn ihr Engagement für den Klimaschutz bekräftigt. „Als Umwelt-Vorreiter wollen wir unsere spezifischen CO2-Emissionen auch künftig weiter senken“, sagte Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, in Berlin. Während im brasilianischen Rio de Janeiro Staats- und Regierungschefs wieder um eine weltweite Kehrtwende in Richtung einer ökologischen Wirtschaftsweise ringen, ist die DB in vielen Bereichen schon weiter.

„Wir stellen Tag für Tag unter Beweis, dass Mobilität und Klimaschutz sich nicht ausschließen müssen“, so Grube. Seit 1990 hat die Deutsche Bahn ihre spezifischen, das heißt auf die Verkehrsleistung bezogenen CO2-Emissionen, im Schienenverkehr bereits um etwa 45 Prozent reduziert. Die Erfahrungen aus dem Schienenverkehr hat die DB im Rahmen ihrer nachhaltigen Strategie für den gesamten Konzern genutzt und sich mit seinem Klimaschutzprogramm 2020 ein anspruchsvolles Ziel gesetzt. Bis 2020 soll der spezifische CO2-Ausstoß der weltweiten Aktivitäten um 20 Prozent im Vergleich zu 2006 gesenkt werden. Dieses Ziel gilt für alle Verkehre: zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Gleichzeitig soll die Nutzung erneuerbarer Energien vorangetrieben werden. Von 19,8 Prozent (2010) soll ihr Anteil im Bahnstrommix auf mindestens 35 Prozent bis 2020 steigen. Das entspricht einem Anstieg um 75 Prozent. Aktuell liegt dieser Anteil bei knapp 22 Prozent.

Bei durchschnittlicher Auslastung fallen bei der Fahrt mit einem ICE oder Intercity 42 Gramm CO2 pro Person und Kilometer an. Das sind rund zwei Drittel weniger als bei der Fahrt mit einem Pkw und sogar rund 80 Prozent weniger als bei einem Flug. Noch deutlicher sind die Unterschiede im Güterverkehr. Hier verursacht die Bahn rund 20 Gramm CO2 je Tonnenkilometer, während es beim Lkw 96 Gramm CO2 sind.

Mit ihrer Personen- und Güterbeförderung auf der Schiene erspart die Bahn der Umwelt rund 12 Millionen Tonnen des klimaschädlichen CO2 im Jahr. Das entspricht den jährlichen Emissionen einer Stadt wie München.

Rund ein Fünftel der jährlichen CO2-Emissionen in Deutschland werden vom Verkehrssektor verursacht. Eine Verlagerung von Verkehren auf die Schiene mit ihren niedrigen CO2-Emissionen kann zu einer spürbaren Entlastung führen. Die DB setzt auf eine intelligente Verknüpfung der Verkehrsträger. So erschließt die Logistiktochter DB Schenker enorme Potenziale, den CO2-Ausstoß der angebotenen Transporte zu reduzieren. Weil DB Schenker Transporte über alle Verkehrsmittel hinweg anbietet – von der Güterbahn über den Lkw bis hin zu Schiff und Flugzeug – kann das Unternehmen auch beim Umweltschutz einen integrierten Ansatz verfolgen und seinen Kunden die ökonomisch und ökologisch sinnvollste Dienstleistung anbieten.

„Die von der DB unterstützte Energiewende kann allerdings nur gelingen, wenn auch die Verkehrswende erfolgreich umgesetzt wird. Bisher trägt die Schiene als einziger Verkehrsträger die Doppelbelastung von Energiesteuer und Emissionshandel. Eine Korrektur der energiepolitischen Rahmenbedingungen für die Schiene ist notwendig, um das Gesamtverkehrssystem verkehrs-, wirtschafts- und auch klimapolitisch sinnvoll zu optimieren“, so Rüdiger Grube.

Bereits heute muss allein die DB im Schienenverkehr Steuern und Abgaben auf Energie von rund 400 Millionen Euro pro Jahr entrichten. Im Gegensatz dazu sind andere Bahnen in Europa entweder von derartigen Lasten vollständig befreit oder nur gering belastet.

Ein Kommentar

  1. Dabei ist doch die Bahn ihr ärgster Konkurrent, was den Güterverkehr angeht. Die Bahn fährt doch sehr viel mit ihren LKWs. Aber wenn die Autonomen Fahrzeuge erstmal da sind, wird die Bahn noch mehr rudern müssen…

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