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DB Vertrieb übernimmt Fahrscheinverkauf für NVR und SPNV Nord

15.06.12 (NVR, Rheinland-Pfalz) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Aufgabenträger Nahverkehr Rheinland (NVR) aus Nordrhein-Westfalen und SPNV Nord aus Rheinland-Pfalz haben die DB Vertrieb GmbH mit der Erbringung sämtlicher Fahrscheinverkaufsaktivitäten beauftragt. Nach einem 2010 gestarteten Verhandlungsverfahren wird ein entsprechender Vertrag für die Zeit von Dezember 2013 bis Dezember 2023 abgeschlossen.Davon ausgenommen sind die Mittelrheinbahn und die Rurtalbahn.

DB Vertrieb wird damit zentrale Stelle für den Verkauf von Nahverkehrsfahrkarten im gesamten Raum des NVR und auf ausgewählten Strecken in Rheinland-Pfalz. Das gilt insbesondere für die Relationen von Gerolstein nach Trier und von Remagen nach Ahrbrück. Der Vertreb wird jedoch im Namen und auf Rechnung der Eisenbahnverkehrsunternehmen erfolgen, die im Vergaberaum Betriebsleistungen erbringen. Beide Aufgabenträger setzen bei ihren Ausschreibungen schon seit vielen Jahren voll auf Nettoverträge.

„Ziel des Verfahren war es, eine weitere Zersplitterung der Vertriebslandschaft zu verhindern“ sagt NVR-Geschäftsführer Wilhelm Schmidt-Freitag. „Mit der Beauftragung von DB Vertrieb können wir in den nächsten Jahren einheitliche Schnittstellen im Vertrieb für unsere SPNV-Kunden sicherstellen und diesen eine unübersichtliche Automatenlandschaften an den Bahnhöfen, wie sie sich in anderen Regionen Deutschland schon entwickelt hat, ersparen.“

Die beiden Bestellerorganisationen gehen damit deutschlandweit einen neuen Weg, die Vertriebsleistungen und die Betriebsleistungen in Nettoverträgen voneinander zu trennen. Thomas Geyer, Verbandsdirektor des SPNV Nord: „Der Ablauf des Verfahrens hat deutlich gezeigt, dass Wettbewerb auch im SPNV-Vertrieb möglich ist. Unser Dank gilt daher ausdrücklich auch den anderen Teilnehmern, die in diesem Verfahren wertvolle inhaltliche Beiträge geleistet und damit sehr zum Erfolg des Verfahrens beigetragen haben.“

3 Responses

  1. Nettovertrag: Das EVU kalkuliert seinen Mehrbedarf über den vsl. Fahrscheinverkauf bzw. Verbundaufteilungseinnahmen und teilt ihm den Aufgabenträger mit. Es kriegt dann im Verkehrsvertrag nur die Mehrbedarfssumme, die restlichen Fahrgeldeinnahmen darf es dafür aber behalten. Das EVU hat also Anreize, mehr Fahrgäste zu gewinnen.
    Bruttovertrag: Alles eingenommene Fahrgeld geht erstmal an den Aufgabenträger. Am Ende wird dem EVU eine feste Summe überwiesen, unabhängig davon, wie viele Fahrgäste im Endeffekt mitgefahren sind. Hier kann dem EVU theoretisch die Fahrgastanzahl egal sein, es kriegt so oder so sein Geld.


  2. Christoph
    15.06.12 um 15:41

    Habe ich mir schon so geacht. Vielen Dank für die Erklärung

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