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Alstom liefert Signaltechnik für die Wuppertaler Schwebebahn

08.06.12 (VRR) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Firma Alstom wird die Wuppertaler Schwebebahn im Auftrag der Betreibergesellschaft WSW mobil GmbH, einem Tochterunternehmen des Stadtwerkekonzerns, mit neuer Leit- und Sicherungstechnik ausstatten. Die Strecke ist 13,3 Kilometer lang, verfügt über zwanzig Haltestellen, eine Hauptwerkstatt, eine Wagenhalle und 32 Fahrzeuge. Zur Anwendung kommt das System ATLAS 400. Insgesamt werden hier 17 Millionen Euro investiert, um das sicherste Verkehrsmittel der Welt fit für die Zukunft zu machen.

In den nächsten Jahren werden 31 neue Schwebebahn-Fahrzeuge geliefert. Zu diesem Zweck soll auch die Signaltechnik auf den neuesten Stand angepasst werden. Auch der historische Kaiserwagen, mit dem Kaiser Wilhelm II. Am 24. Oktober 1900, wenige Monate vor der offiziellen Eröffnung, vom heutigen Wuppertaler Hauptbahnhof bis Vohwinkel gefahren ist, soll diese Technik erhalten.

Für Alstom ist es der erste Auftrag in Deutschland, der alle Signaltechnik-Aspekte beinhaltet – von streckenseitiger Ausrüstung wie Stellwerken und notwendigen Streckenelementen über Zugsicherungs- und Steuerungssystemen mit einer Schnittstelle zum rechnergestützten Betriebsleitsystem (intermodal transport control system – ITCS). Das Wuppertaler Schwebebahn-Projekt wird eine der ersten kommerziellen Anwendungen für die ETCS Level 2 Technologie in Deutschland – wenn nicht sogar die erste Anwendung – sein.

Martin Lange, Vorstand für Transport der Alstom Deutschland GmbH: „Wir sind stolz, dass sich die WSW bei der Implementierung dieses Systems für Alstom als Partner entschieden hat. Mit diesem Projekt machen wir einen großen Schritt hin zur Einführung der ETCS-Technik in Deutschland.“ Die Wuppertaler Schwebebahn hat seit der Novellierung der BOStrab in den 80er Jahren eine straßenbahnrechtliche Zulassung und gilt juristisch als „Straßenbahn besonderer Bauart“.

Beim System ATLAS 400 kommt statt der herkömmlichen Achszähler ein positives Zugerkennungssystem zum Einsatz. Die Fahrzeuge teilen dem Zentralrechner per Funk ihre Position mit. Dieses System ersetzt die Informationen über die Gleisbelegung. Im Unterschied zum herkömmlichen ETCS Level 2 basiert die Kommunikation zwischen dem Zentralcomputern und den fahrzeugseitigen Systemen auf der Tetra-Funk-Technologie und nicht auf GSM-R.

Lange: „Dieser Folgeauftrag sichert die Position von Alstom auf dem deutschen und dem österreichischen Markt, auf denen Alstom bereits Aufträge für die Deutsche Bahn und die ÖBB abwickelt. Wir freuen uns darüber, die erfolgreiche Einführung der ETCS-Technik von Alstom auf diesen hochinteressanten Märkten bestätigen zu können.“

Die Anlagen für die Wuppertaler Schwebebahn werden in Charleroj (Belgien) entwickelt und die Systemkomponenten in den Alstom-Standorten Villeurbanne (Frankreich) und Bologna (Italien) hergestellt. Der Einbau und die Inbetriebnahme erfolgt durch Alstom-Fachleute aus Charleroj sowie von den deutschen Standorten Berlin und Salzgitter.

Bild: WSW mobil GmbH

2 Responses


  1. Otto Mangstl
    22.06.12 um 12:55

    Digitalfunk dient dem Militär!
    Über ein europaweites zusammenhängendes staatliches Netz an Digitalfunkstationen kann man später Drohnen über weite Strecken einsetzen. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für die Überwachung durch den Staat und die Landesverteidigung aus der Luft.
    Militär und Überwachung gehen vor!

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