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VRR: Grundsätzliche Unterstützung für SPNV in Kamp-Lintfort

16.05.12 (VRR) Autor:Stefan Hennigfeld

Bei der Debatte um einen SPNV-Anschluss für die Stadt Kamp-Lintfort im Kreis Wesel gibt es grundsätzliche Unterstützung durch den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), der als zuständiger Aufgabenträger die Verkehre bestellen müsste. Dabei würde der heutige Zwischentakt Duisburg – Moers der Linie RB 31 nach Kamp-Lintfort verlängert werden, dieser wird derzeit von der Nordwestbahn betrieben. Allerdings müssten für diesen Fall zusätzliche Fahrzeuge beschafft werden um eine ausreichende Bedienung der heutigen RB 31 in der Hauptverkehrszeit zu gewährleisten.

Der VRR hat einen realistischen Fahrplanentwurf und darauf basierende Berechnungen über die Betriebskosten aufgestellt und kommt dabei auf 2,5 Millionen Euro im Jahr. Die Gutachter der Stadt Kamp-Lintfort kommen auf nur 1,5 Millionen Euro im Jahr. Zudem existieren Budgetrisiken, die man nicht eingehen möchte. VRR-Sprecher Johannes Bachteler: „Solange die Revision der Regionalisierungsgelder innerhalb Nordrhein-Westfalens aussteht, können und werden wir keine zusätzlichen Zugleistungen bestellen. Derzeit gehen wir davon aus, dass künftig nur das derzeit in Betrieb befindliche Leistungsangebot im Schienenpersonennahverkehr sicher finanziert werden kann. “

Den Investitionskosten für die Ertüchtigung der Infrastruktur und den Kosten für die Verkehrsbestellung stünden Fahrgeldeinnahmen in Höhe von rund 700.000 Euro und Erlöse aus dem Güterverkehr von etwa 200.000 Euro im Jahr gegenüber. Es bleibt also auf jeden Fall ein Zuschussgeschäft – und das wird über die Jahre tendenziell teurer. Bachteler: „Ein immer größerer Anteil unseres Etats muss für die Infrastrukturnutzung durch die Verkehrsunternehmen aufgebracht werden. Derzeit machen diese Kosten fast die Hälfte unseres Budgets aus, bei gleichbleibender Entwicklung werden es im Jahr 2020 rund achtzig Prozent sein. Vor diesem Hintergrund sind Leistungsausweitungen nur möglich, wenn es politisch verlässliche Finanzierungszusagen gibt.“

Dazu kommt eine Neuordnung der Regionalisierungsgelder innerhalb der Bundesrepublik Deutschland in der nächsten Legislaturperiode. Informationen des Eisenbahnjournales Zughalt.de zufolge strebt die Bundesregierung eine Senkung um rund zwanzig Prozent an. Selbst wenn Nordrhein-Westfalen dann einen größeren Anteil bekäme, würde sich das bei einer sinkenden zu verteilenden Gesamtmenge kaum positiv auswirken.

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