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Üstra hat Restrukturierungskurs fortgesetzt

01.05.12 (Niedersachsen) Autor:Jürgen Eikelberg

Die üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG hat das Geschäftsjahr 2011 mit einem Verlust von 13,832 Millionen Euro abgeschlossen und lag damit rund 6,615 Millionen Euro besser als der Wirtschaftsplan für das vergangene Jahr. Im Unterschied zum Jahr 2010, als die üstra nur einen Verlust von 2,269 Millionen Euro auswies, wurden in 2011 die Finanzierung des Busverkehrs erstmals ganzjährig auf einen Verlustausgleich durch die Region Hannover umgestellt.

Diese Umstellung erfolgte aus steuerlichen Gründen. „Vor diesem Hintergrund belegt das Ergebnis, dass die üstra ihren begonnenen Restrukturierungskurs konsequent fortgesetzt hat“, betonte der üstra Vorstandsvorsitzende André Neiß heute bei der Vorstellung des Jahresabschlusses in Hannover. Er wies darauf hin, dass der Zuschussbedarf durch die Region Hannover seit 2005 – sieht man von den Zahlungen zur Verringerung der Deckungslücke in der Altersversorgung ab – von damals rund 60 Millionen Euro auf heute 16 Millionen Euro reduziert werden konnte.

Auch Regionspräsident Hauke Jagau äußerte sich zufrieden: „Das Ergebnis zeigt, dass ein gutes Angebot im ÖPNV auch von den Menschen in der Region angenommen wird und bestätigt damit auch die strategische Ausrichtung der Region. Die Sicherung von Mobilität und Teilhabe zu für die Kundinnen und Kunden akzeptablen Preisen ist eine elementare Voraussetzung für einen attraktiven Lebensraum. Mein Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der üstra, die im letzten Geschäftsjahr mit ihrem Einsatz zu diesem Ergebnis beigetragen haben.“

Die 2010 durch den außergewöhnlich harten Winter verursachten Zuwächse an Fahrgästen haben sich im vergangenen Jahr nicht wiederholt. Die Fahrgastzahlen sanken leicht um 2,1 Prozent auf 156,1 Millionen (2010: 159,4 Millionen). Trotzdem konnte die üstra ihre Tarifeinnahmen um 1,5 Prozent auf 133 Millionen Euro steigern (2010: 131,2 Millionen Euro), was auf die Tariferhöhung zurückzuführen ist.

Ohne Sondereffekte wäre das Ergebnis für 2011 noch deutlich besser ausgefallen. Zu den Sondereffekten gehörte vor allem die Erhöhung der Rückstellung für die betriebliche Altersversorgung des Unternehmens in Höhe von 3 Millionen Euro, die in Absprache mit der Region Hannover vorgenommen wurde. „Die Lücke in der betrieblichen Altersvorsorge konnte damit weiter geschlossen werden“, erklärte Wilhelm Lindenberg, im üstra Vorstand zuständig für Personal und Betrieb.

Gleichzeitig hat die üstra in 2011 ihr Investitionsvolumen auf 59,3 Millionen Euro ausgeweitet (2010: 13,7 Millionen Euro). Hierzu zählen vor allem die erste Anzahlung auf die neuen Stadtbahnfahrzeuge des Typs TW3000, die Modernisierung der Busflotte durch die Beschaffung von weiteren 30 neuen Bussen, davon zehn mit besonders umweltschonender Hybridtechnik, sowie die Grunderneuerung der Busabstellhalle und Werkstatt in Vahrenwald. „Damit haben wir nachhaltig in die Zukunft des Nahverkehrs investiert“, betonte der Vorstandsvorsitzende André Neiß.

Zum 31. Dezember 2011 hat die üstra insgesamt 1.794 Vollzeit-Arbeitskräfte beschäftigt, darunter 85 Auszubildende. Die Aufwendungen für Personal (ohne Altersversorgung) betrugen im vergangenen Jahr 84,56 Millionen Euro, das sind 2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

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