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Umweltverbände protestieren gegen ´schmutzige´ Busse – BDO warnt vor Verunsicherung

04.05.12 (Allgemein) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) haben gestern (3. Mai) bei einer Aktion in Berlin vor dem Brandenburger Tor gegen Busse ohne Rußpartikelfilter in den Städten demonstriert. Das gelte insbesondere für Reisebusse, die vielfach noch immer nicht die modernsten Schadstoffregelungen einhalten. Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) sieht das anders – und warnt vor Verunsicherung. Der Bus sei das umweltfreundlichste Verkehrsmittel überhaupt.

„Nur wenn die Städte und Kommunen ihre Umweltzonen richtig umsetzen, können die von der EU vorgegebenen Luftschadstoffgrenzwerte eingehalten werden“ sagt Michael Ziesak, Bundesvorsitzender des VCD. „Wer schmutzigen Reisebussen weiterhin Ausnahmegenehmigungen verschafft, riskiert nicht nur die eigene politische Glaubwürdigkeit, sondern schadet auch der Bevölkerung.“

Das sieht man beim BDO etwas anders. Dort wehrt man sich gegen den Vorwurf, man würde „schmutzige Reisebusse“ fahren lassen und weist darauf hin, dass es hier um Fahrzeuge mit der Schadstoffnorm Euro III geht, die bis Oktober 2006 dem höchsten lieferbaren Umwelt-Technologiestandard entsprachen. Man verweist darauf, dass Investitionsgüter dieser Art über viele Jahre abgeschrieben werden und eine Verwendung daher aus wirtschaftlichen Gründen noch einige Jahre notwendig ist.

Allerdings strebt man Nachrüstungen an – was jedoch nicht immer technisch sinnvoll oder wirtschaftlich vertretbar ist. Umgerüstete Fahrzeuge verbrauchen mehr Triebstoff, stoßen mehr Stickoxide aus und müssen durch die hohen Kosten für die Nachrüstung länger genutzt werden – schließlich muss jedes Unternehmen auch solche Investitionen refinanzieren.

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