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Neuausrichtung bei Funkwerk AG

16.05.12 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Funkwerk AG aus dem thüringischen Kölleda, die mit ihrem Geschäftsbereich Traffic Control Communication (TCC) auch zu den Ausrüstern der Deutschen Bahn gehört, treibt seine Neuausrichtung im ersten Quartal 2012 weiter voran. Ziel ist es, die Effizienz in der Gruppe zu steigern und die Strukturen zu vereinfachen. Im Mittelpunkt standen im Berichtszeitraum das Ausschöpfen von Synergien, die Internationalisierung des Vertriebs und die Verbesserung des Supply-Chain-Managements. Außerdem wurde die Fokussierung auf ausgewählte Wachstumsfelder weiterverfolgt.

Die Geschäftsbereiche Enterprise Commuication, Funkwerk Avionics GmbH und die Produktlinie Sportanzeiger wurden verkauft. Der verbleibende Konzernumsatz der fortgeführten Geschäftsbereiche blieb in den ersten drei Monaten 2012 mit 33,5 Mio. Euro rund 6,2 % unter dem entsprechend angepassten Vorjahreswert (Vorjahr: 35,7 Mio. Euro).

Im Geschäftsbereich TCC verbesserte sich der Umsatz im ersten Quartal von 16,5 Mio. Euro auf 17,6 Mio. Euro, der Segmentumsatz im Geschäftsbereich Security Communication (SC) erhöhte sich im Quartalsvergleich von 11,2 Mio. Euro auf rund 11,5 Mio. Euro. Einen Rückgang von 5,8 Mio. Euro auf 4,3 Mio. Euro verzeichnete lediglich der Bereich AC: Hier wurde in der zweiten Jahreshälfte 2011 das Nachrüstgeschäft aufgegeben, das im Vergleichswert noch enthalten ist.

Das Betriebsergebnis vor Wertminderungs- und Restrukturierungsaufwendungen im Konzern lag im Berichtszeitraum bei -2,9 Mio. Euro und damit nur leicht unter dem angepassten 2011er Niveau von -2,7 Mio. Euro. Nach Berücksichtigung von Restrukturierungskosten ergab sich ein EBIT von -3,1 Mio. Euro (Vorjahr: -2,7 Mio. Euro), das Nettoergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche belief sich auf -4,0 Mio. Euro im Vergleich zu -3,4 Mio. Euro in den ersten drei Monaten 2011. Nach entsprechenden Entkonsolidierungseffekten betrug das Periodenergebnis -2,2 Mio. Euro nach -3,9 Mio. Euro in 2011.

Deutlich stabilisiert hat sich die Finanz- und Vermögenslage im Funkwerk-Konzern: So verbesserte sich der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit gegenüber dem ersten Quartal 2011 von -10,4 Mio. Euro auf -3,8 Mio. Euro und der Free Cash Flow von -13,4 Mio. Euro auf 3,0 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote stieg im Vergleich zum Jahresende 2011 von 30,8 % auf 34,3 %. Auch die Nettofinanzposition, die sich aus der Differenz aus Finanzverbindlichkeiten und liquiden Mitteln errechnet, erhöhte sich spürbar: Sie lag am 31. März 2012 bei 7,9 Mio. Euro gegenüber 4,5 Mio. Euro zum Jahresultimo 2011.

Die Fortsetzung der Neuausrichtung wird die Geschäftsentwicklung von Funkwerk auch im weiteren Jahresverlauf 2012 bestimmen. In den nächsten Monaten sollen vorrangig Organisations- und Kostensynergien innerhalb der Gruppe gehoben werden. Bei der geplanten Internationalisierung werden ein Ausbau der bestehenden Absatzkanäle und strategische Partnerschaften angestrebt. Außerdem gehört die Installation eines konzernweiten ERP-Systems zu den vorrangigen Maßnahmen 2012. Über die internen Aufgaben hinaus belastet die verhaltene Investitionsbereitschaft der öffentlichen Auftraggeber den Geschäftsverlauf der Funkwerk AG, die im Gesamtjahr 2012 mit einem etwa stabilen Konzernumsatz rechnet. In der Ertragslage sollten sich erste Effizienzsteigerungen auswirken, sodass ein ausgeglichenes operatives Ergebnis erwartet wird.

Im April 2012 konnte das Unternehmen einen Auftrag der Deutschen Bahn AG für die Modernisierung bei den Betriebszentralen für das Fern- und Ballungsnetz verbuchen. Ausschlaggebend für die Erteilung des Auftrags waren vor allem die hohe Kompetenz des Funkwerk-Geschäftsbereichs Traffic & Control Communication (TCC) bei Leittechniksystemen sowie die umfassenden Kenntnisse der dispositiven Abläufe und Prozesse bei der DB Netz AG.

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