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NASA kündigt freihändige Vergabe zwischen Jena und Halle an

18.05.12 (Sachsen-Anhalt, Thüringen) Autor:Sven Steinke

Im europäischen Amtsblatt hat die Nahverkehrsservicegesellschaft Sachsen-Anhalt (NASA) eine freihändige Vergabe von Nahverkehrsleistungen zwischen Jena und Halle angekündigt. Dabei handelt es sich um eine Verlängerung des Franken-Thüringen-Express, der im Rahmen der Ausschreibung des E-Netz Franken seit Dezember 2011 im Zweistundentakt eine Direktverbindung zwischen Nürnberg und Jena herstellen soll.

Die NASA beabsichtigt die Betriebsleistungen der Linie zwischen Jena und Halle ab Dezember 2015 an DB Regio direkt zu vergeben. Begründet wird die Direktvergabe dadurch, dass nur DB Regio eine durchgehende Verbindung zwischen Nürnberg und Halle herstellen kann, da diese die Ausschreibung des E-Netz Franken gewonnen hat und somit für den Betrieb der Linie zwischen Jena und Nürnberg langfristig vertraglich gebunden ist. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten bei den vorgesehenen Talent 2-Triebzügen besteht die durchgehende Verbindung zwischen Jena und Nürnberg momentan noch nicht.

Mit der neuen Linie reagieren die Aufgabenträger auf die absehbare Entwicklung des Fernverkehr im Saaletal, nach Fertigstellung der Neubaustrecke Nürnberg – Erfurt – Halle. Mit dem geplanten Inbetriebnahmetermin im Dezember 2017 ist damit zu rechnen, dass der Fernverkehr die Städte Saalfeld, Jena und Naumburg garnicht mehr bzw. nur noch sehr selten anfahren wird. Mit der neuen durchgehenden Linie sollen die Fahrgäste dann zumindest noch eine durchgehende Fahrtmöglichkeit zu den Fernverkehrsknoten Halle und Nürnberg erhalten, um dort einen Anschluss an den Fernverkehr zu erhalten.

Ähnlich reagierten bereits die Aufgabenträger im gesamten Bundesgebiet bei der Einstellung des InterRegio. Um Ober- und Mittelzentren abseits der Hauptmagistralen weiterhin attraktiv anzubinden, wurden zahlreiche Ersatzleistungen bei DB Regio bestellt. Diese Leistungen wurden überwiegend mit überteuerten Großverträgen über Jahre direkt vergeben, zu Lasten der zahlenden Kundschaft und der Regionalisierungsmittel, die der Bund den Ländern eigentlich zur Bestellung des Nahverkehrs bereitstellt. Statt die Linien auszuschreiben wurde die Deutsche Bahn auch noch für die Einstellung ihrer unrentablen Fernverkehrslinien belohnt.

Verlängerung Franken-Thüringen-Express, Dez. 15 – Dez. 23, 427.000 Zkm p. Jahr

  • (Nürnberg -) Jena – Naumburg – Merseburg – Halle

2 Responses

  1. Ich bin ansonsten gegen Direktvergaben, aber in diesem Fall halte ich sie für angebracht. Der Kilometerpreis dürfte dem entsprechen, was bereits im E-Netz Franken gezahlt wird, und damit angemessen und nicht überteuert sein.


  2. Thorsten Berndt
    19.05.12 um 23:51

    Der Fernverkehrsrückzug zahlt sich für die DB Bahnbahn doch immer deutlicher aus, da kann man wirklich nicht meckern. Dann kann die NASA im Gegenzug ja wieder auf ein paar Strecken abbestellen, um dieses idiotische Rumgespiele wider aller bundesweiten Erfahrungswerte schönzurechnen *kotz*.

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